Alle News

Wüstenidyll im Garten mit winterharten Freiland-Kakteen

, erstellt von

Normalerweise zählen Kakteen zu den Zimmerpflanzen. Es gibt aber auch Kakteen, die bei uns in Mitteleuropa im Freien kultiviert werden können. Für solche Gattungen und Sorten interessieren sich immer wieder Pflanzenfreunde, die entsprechende Informationen benötigen.

Gelb blühende Opuntie in einem Freiland-Beet im Juni 2020. Foto: Edgar Gugenhan

Mehrzahl der Kakteen nicht winterhart

Die zu den Sukkulenten zählenden Kakteen müssen unter bestimmten klimatischen Voraussetzungen kultiviert werden. Bezogen auf die Vielfalt der Kakteen ist die Mehrzahl zur Kultur im Freiland unter europäischen Klimaverhältnissen nicht geeignet. Mindestens 90 Prozent der Kakteen sind nicht winterhart. Im Rahmen einer Freilandkakteen-Info-Veranstaltung in der Gärtnerei Häussermann in Möglingen stellte Junior-Chef Alexander Häussermann zur Einführung eine prächtige Kaktus-Wolfsmilch (Euphorbia ingens) vor, die aber nur unter geschützten Verhältnissen, also nicht kontinuierlich im Freiland kultiviert werden kann. Ausnahmen gibt es jedoch, wobei zu den winterharten Kakteen vor allem die Feigenkakteen der Gattung Opuntia zählen. Diese Pflanzengattung ist mit vielen Arten in Süd- und Mittelamerika heimisch, wobei es zum Beispiel in Mexiko Arten geben soll, die über 200 Jahre alt werden.

Kultur von Sukkulenten im Freiland

Vorgestellt wurde von Alexander Häussermann ein ganzes Sortiment an winterharten Kakteen, die alle im Angebot der Gärtnerei sind. So wurde zunächst die Gattung Opuntia in den Vordergrund gestellt, von der allein rund 40 Sorten verfügbar sind. Diese Sorten stellte Alexander Häussermann in mehrjährigen Exemplaren, groß gewachsen, überwiegend in Verkaufsqualität vor. Anschließend vermittelte er den Teilnehmern, in welcher Weise diese Sukkulenten im Freien kultiviert werden sollen. Kurz wurde auf das Substrat hingewiesen, das feinkrümelig und aus einer porösen Mischung bestehen soll. Neben üblicher Blumenerde ist das Beimischen von Quarzsand, Bims, Kokosfasern oder Torf optimal. Wichtig ist, dass stets Staunässe verhindert werden kann, was vor allen Dingen für die kalte Jahreszeit von großer Bedeutung ist.

Überwinterung bei Kakteen im Freiland von großer Bedeutung

Gerade die Überwinterung ist bei der Kultur von Kakteen im Freiland von großer Bedeutung. Nicht der Frost ist stark schädigend, sondern vor allem der Wasserüberschuss. Deshalb sollte für die Kultur ein vor Regen geschützter Standort ausgewählt werden. Bei einer direkten Pflanzung auf ein spezielles Kakteenbeet sollte das Substrat aus ungefähr einem Drittel Kompost, guter Blumenerde oder nicht zu schwerem Gartenboden bestehen, dazu etwa ein Drittel mineralischer Materialien, zum Beispiel Quarzsand, feiner Bimskies in einer Korngröße von 0,1 bis 3,0 Millimeter sowie ein Drittel grober mineralischer Bestandteile aus Blähton, Ziegelsplitt, Kies oder anderem Material in einer Korngröße von 3 bis 20 Millimeter. So vorbereitet können sich an einem idealen Standort die winterharten Kakteen bestens entwickeln und auch etwas ungünstige Witterungsverhältnisse problemlos überstehen.

Als ideale Pflanzzeit gelten die Frühjahrs- und Sommermonate März bis August. Haben sich die Pflanzen optimal entwickelt, werden sie auch etwa drei Jahre nach dem Auspflanzen ihre ersten Blüten ausbilden. Die Hauptblütezeit liegt in den Sommerwochen von Juni bis Anfang Juli.

Cookie-Popup anzeigen