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XXL-Gewächshaus in Franken geplant: Bürger protestieren

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60.000 Quadratmeter – so groß soll ein Gewächshaus-Komplex werden, den ein Gemüse-Produzent aus dem Knoblauchsland am Rande der fränkischen Stadt Langenzenn bauen möchte. Gegen die geplante „Gemüsefabrik“ im XXL-Format laufen jedoch die Anwohner Sturm und haben bereits über 600 Protest-Unterschriften gesammelt.

Gemüse wie Gurken, Tomaten oder Paprika soll in dem geplanten XXL-Gewächshaus produziert werden. Symbolbild: Jai79/Pixabay

Geplantes Gewächshaus fast so groß wie ein Dorf

Wie die Fürther Nachrichten berichten, wollen die Bürger das Projekt „im Keim ersticken“ – das geplante Gewächshaus sei mit 60.000 Quadratmetern schlicht eine Nummer zu groß für die Region. Zum Vergleich: Der Neubau wäre fast so groß wie der Langenzenner Ortsteil Keidenzell, in dessen unmittelbarer Nähe das Mega-Gewächshaus entstehen soll. Darüber hinaus sei der Eingriff in die Natur und das Landschaftsbild zu einschneidend, wenn das Gewächshaus inmitten des als Standort anvisierten Naherholungsgebiets realisiert würde.

Noch gibt es allerdings keinen konkreten Bauantrag für das Projekt, wie das Blatt schreibt. Die Bauherren in spe haben dem Bürgermeister von Langenzenn bis dato lediglich ein Grobkonzept vorgelegt. Dieses sieht ein 60.000 Quadratmeter umfassendes Gewächshaus vor, in dem die im Nürnberger Knoblauchsland ansässige Höfler Gemüse GbR Tomaten und Paprika in Bio-Qualität erzeugen will – regional und CO2-neutral. Die Wärmeversorgung würde der jetzige Eigentümer des Baugrundstücks, die Agrar Kompost GmbH (AKG), übernehmen, die in Keidenzell unter anderem den Biomüll der Bürger sowie Grüngut von den Wertstoffhöfen des Landkreises kompostiert. Dem Bericht der Fürther Nachrichten zufolge soll zudem ein neues Biomasse-Kraftwerk entstehen, um den Bedarf des geplanten Mega-Gewächshauses zu decken.

Besuch in bestehendem Gemüse-Gewächshaus bringt keine Annäherung

Um den Keidenzeller Bürgern ihr Konzept zu erläutern, hatte die Höfler Gemüse GbR Ende Juni eine Delegation in ihren bestehenden Betrieb in Nürnberg-Schnepfenreuth eingeladen. Dort produziert das Familienunternehmen unter anderem Gurken- und Paprika unter Glas. Eine Annäherung brache der Ortstermin dem Bericht der Fürther Nachrichten zufolge jedoch nicht. Während die Höflers und der Chef der Agrar Kompost GmbH das Projekt „mit Nachdruck verfolgen“ wollen, wie das Blatt schreibt, machten die rund 20 angereisten Keidenzeller vor Ort noch einmal deutlich, dass sie sich „mit aller Macht“ gegen das geplante Gewächshaus stemmen wollen.

Höfler stößt mit Gewächshaus-Plänen auch andernorts auf Widerstand

Für die Höfler Gemüse GbR wäre es nicht das erste Mal, dass sie mit einem geplanten Großprojekt am Widerstand der Anwohner scheitern könnte. Bereits im März hatten sich die örtlichen Verantwortlichen klar gegen ein nahe des Fürther Ortsteils Vach geplantes Gewächshaus des Familienunternehmens aus dem Knoblauchsland positioniert. Die Erbengemeinschaft des dortigen Grundstücks habe inzwischen gegenüber den Fürther Nachrichten signalisiert, das Land nicht an Höfler verkaufen zu wollen.

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