Xylella: EU will Notfall-Maßnahmen lockern

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Das Feuerbakterium Xylella fastidiosa kann zum Absterben der befallenen Pflanzen führen. Foto: EFSA

Die EU Kommission will die zu ergreifenden Maßnahmen bei einem Ausbruch des gefürchteten Feuerbakteriums Xylella fastidiosa lockern. So soll die Pufferzone um den Befallsherd deutlich verkleinert werden.

Der Radius soll demnach statt wie bisher zehn Kilometer nur noch fünf Kilometer umfassen, berichten niederländische Fachmedien unter Berufung auf den Sprecher der Pflanzen- und Verbraucherschutzbehörde NVWA (Nederlandse Voedsel- en Warenautoriteit), Tjitte Mastenbroek. Einen entsprechenden Vorschlag hatte die niederländische Regierung bereits vor einem Jahr in Brüssel eingebracht.

Branchenorganisation begrüßt geplante Maßnahmen

In Ausnahmefällen könne die Pufferzone sogar auf einen Kilometer verkleinert werden, heißt es. Bedingung für einen verringerten Radius sei aber in jedem Fall, in der Befallszone alle Anstrengungen für die Ausrottung von Xylella fastidiosa zu unternehmen. Dazu sind nicht nur die befallenen Pflanzen, sondern auch alle Wirtspflanzen im Umkreis von 100 Metern zu vernichten.

Auch, wenn noch nicht feststeht, wann diese Änderungen in der EU in Kraft treten, bezeichnet die Baumschul-Abteilung der niederländischen Branchenorganisation LTO die geplanten Anpassungen der Notfall-Maßnahmen als einen „Schritt in die richtige Richtung“. Denn für Gartenbau-Regionen habe die Einrichtung einer Zehn-Kilometer-Pufferzone über einen längeren Zeitraum hinweg „katastrophale Auswirkungen“, so der Abteilungsvorsitzende Henk Raaijmakers. Für mögliche Xylella-Wirtspflanzen aus der Pufferzone gilt über mindestens fünf Jahre ein striktes Verbringungsverbot.

Grüne Branche wegen Xylella in Alarmbereitschaft

Obgleich die Niederlande bislang frei von dem Feuerbakterium sind, ist die Grüne Branche auch dort in Alarmbereitschaft wegen einer möglichen Einschleppung des gefährlichen Erregers durch Pflanzen-Importe. Zudem gehört ein großer Teil des niederländischen Baumschul-Sortiments sowie viele dort produzierte Beet- und Balkon- sowie Zimmerpflanzen zu den Wirtspflanzen von Xylella fastidiosa.

Auch der Bund deutscher Baumschulen (BdB) zeigt sich erfreut über die geplante Änderung des Durchführungsbeschlusses zum Schutz gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Xylella fastidiosa. „Zur Schonung verfügbarer Ressourcen und zur Umsetzung schneller und effektiver Maßnahmen gegen die Etablierung und weitere Ausbreitung des Bakteriums ist diese Maßnahme ausdrücklich zu begrüßen“, so Marius Tegethoff, Bereichsleiter Produktion/Qualitätssicherung beim BdB.

EU stellt besonders anfällige Pflanzen unter Beobachtung

Ebenfalls positiv bewertet der deutsche Baumschulverband den Schritt der EU, bestimmte Pflanzen als besonders anfällig für das Feuerbakterium zu kennzeichnen. Bei Verbringung dieser Pflanzen innerhalb der Union sind zudem jährliche Inspektionen in den Betrieben vorgesehen. „Wir sehen darin eine Sicherheitsmaßnahme des internationalen Handels, da auf diese Weise Hochrisikopflanzen unter besondere Beobachtung gestellt und diese bei Einfuhr nach Deutschland entsprechend akribisch auf Xylella untersucht werden“, so Tegethoff.

Mehr zu der geplanten Lockerung der Notfall-Maßnahmen in der EU lesen Sie in einer der nächsten Print-Ausgaben der TASPO.

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