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Xylella fastidiosa breitet sich weiter aus

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Xylella fastidiosa breitet sich weiter in Europa aus. Wie der Bund deutscher Baumschulen (BdB) mitteilt, ist das Feuerbakterium jetzt auch in Südfrankreich aufgetaucht. Bislang war der Schädling nur in Süditalien nachgewiesen worden. Bereits zu dieser Zeit hatte der Europäische Baumschulverband ENA in einem Schreiben an die Europäische Kommission eine zügige Reaktion wie Tilgungsmaßnahmen auf die nachgewiesenen Funde und die Entschädigung der betroffenen Betriebe gefordert.

Befall mit Xylella fastidiosa an einem Olivenbaum. Foto: EFSA

Xylella fastidiosa: geeignete Pflanzenschutzmittel notwendig

Wie es in dem Anfang Juni verfassten Schreiben heißt, müssten geeignete Pflanzenschutzmittel zur Verfügung gestellt und unverzüglich mit Forschungsmaßnahmen zur Bekämpfung und Eindämmung von Xylella fastidiosa begonnen werden. Der BdB als Mitglied der ENA unterstütze diese Forderungen.

Die Verbreitung von Quarantäneschädlingen und -krankheiten – zu denen unter anderem auch der Asiatische Laubholzbockkäfer, der Citrusbockkäfer, der der Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus oder die Bedrohung durch den Asiatischen Eschenprachtkäfer gehören – berge ein großes Risiko und eine Gefahr sowohl für die Umwelt- als auch die Agrarsysteme in allen europäischen Ländern.

Entschädigungen für betroffene Baumschuler gefordert

Daher müsse die EU ausreichende finanzielle Mittel bereitstellen, die eine schnelle Reaktion auf die ersten Entdeckungen ermöglichen, einschließlich Entschädigungen der Baumschuler, wenn Rodungsmaßnahmen notwendig werden.

Um die Pflanzengesundheit sicherzustellen, seien zunehmende Kontrollen notwendig. Zudem sollten die EU-Behörden möglichst schnell und einfach Pflanzenschutzmittel für nicht essbare Kleinkulturen wie in Baumschulen zulassen. Zwar gelten lebende Pflanzen als ein Hauptweg zur Verbreitung von Schädlingen und Krankheiten, doch zur gleichen Zeit stehen nur wenige zugelassene Pflanzenschutzmittel zur Verfügung, so die ENA.

Einfuhr von Pflanzen erhöht Einschleppungsgefahr

Gleichzeitig weist die ENA darauf hin, dass die Einfuhr großer Pflanzenmengen zu kommerziellen Zwecken in die EU die Gefahr der Einschleppung von schweren Krankheiten und Schädlingen deutlich erhöhe. Wie der Verband ausdrücklich betont, stellt er sich jedoch nicht gegen die Einfuhr von Gehölzen aus Drittländern.

Stattdessen sollte die Kommission sicherstellen, dass alle Mitgliedstaaten zu gleichen Pflanzenschutzstandards arbeiten. Wenn nur ein Mitgliedstaat eine schwache Politik ihrer Einfuhrkontrollen betreibe, könnte dieses Land zum Einfallstor für Schadorganismen werden.