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Xylella fastidiosa hat jetzt auch die Toskana erreicht

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Xylella fastidiosa breitet sich in Italien weiter aus. Jetzt wurde das Feuerbakterium auch auf der toskanischen Halbinsel Monte Argentario gefunden – an verschiedenen Wirtspflanzen, wie die italienischen Behörden verlauten lassen.

Xylella wurde in Italien jetzt auch in der Toskana entdeckt. Anders als in Apulien befällt die nachgewiesene Unterart multiplex allerdings keine Olivenbäume. Foto: Pixabay

Xylella-Unterart multiplex erstmals in Italien entdeckt

Erste Untersuchungen hätten demnach ergeben, dass der in der Toskana gefundene Quarantäneschaderreger zur Unterart multiplex gehört. Diese unterscheide sich nicht nur von der in Apulien nachgewiesenen Subspezies pauca, sondern sei bislang noch nicht in Italien vorgekommen. In Spanien und bestimmten Regionen Frankreichs – Korsika sowie Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) – sei die in Apulien gefundene Unterart allerdings bereits verbreitet.

Wie der toskanische Pflanzenschutzdienst erklärt, wurde Xylella in der Nähe der Stadt Porto Santo Stefano nach eingehenden Untersuchungen an insgesamt 41 Wirtspflanzen nachgewiesen – darunter Polygala myrtifolia, Ginster, Dornginster, Rosmarin, Lavendel, Eleagnus, Cistus sowie mehrere Mandelbäume. An Olivenbäumen konnte der Erreger in der Toskana nicht nachgewiesen werden.

Einschleppung über Insekten oder infizierte Pflanzen vermutet

Nach bisherigem Kenntnisstand gehen die Behörden davon aus, dass Xylella über aus dem Ausland importierte, bereits infizierte Pflanzen auf die toskanische Halbinsel eingeschleppt wurde. Möglich sei daneben, dass das gefürchtete Feuerbakterium durch auf dem Handelsweg „eingeführte“ Insekten übertragen wurde.

Entsprechende Quarantänemaßnahmen mit einer den nationalen und EU-Vorschriften entsprechenden Pufferzone von fünf Kilometern um den Fundort sowie phytosanitäre Tilgungsaktionen wurden dem toskanischen Pflanzenschutzdienst zufolge bereits eingeleitet.

Geographisch isolierte Lage des Befallsgebiets erleichtert Maßnahmen

Um auszuschließen, dass noch weitere Pflanzen mit Xylella infiziert sind, sollen innerhalb des betroffenen Gebiets ständige Überwachungsmaßnahmen durchgeführt werden. Zudem wurde jegliches Verbringen potenzieller Wirtspflanzen gestoppt.

Bei sämtlichen Kontroll- und Tilgungsaktionen spiele den Behörden die geografische Lage des betroffenen Gebiets in die Karten: Als Halbinsel fast vollständig von Meer und Lagunen umgeben und lediglich über drei Zufahrtsstraßen erreichbar, sei eine natürliche Begrenzung der möglichen Verbreitungswege gewährleistet, erklärt der toskanische Pflanzenschutzdienst.

Xylella in Apulien bereits 2013 entdeckt

In Apulien wurde Xylella fastidiosa erstmals 2013 entdeckt, mit dem Fund eines Xylella-positiven Olivenbaums zwischen Monopoli und Castellana Grotte erreichte das Feuerbakterium im vergangenen Dezember erstmals die dortige Provinz Bari.