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Xylella fastidiosa: Urlaubssouvenirs vermeiden

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Urlauber sollten Abstand davon nehmen, unbedacht Pflanzen aus dem Ausland als Souvenirs mit nach Hause zu bringen. Schließlich breitet sich das Feuerbakterium Xylella fastidiosa in beliebten Urlaubsregionen wie den Balearen und Italien aus. Wirtspflanzen zeigen den Befall gegebenenfalls monatelang nicht an.

Erkrankter Olivenbaum: Das Feuerbakterium Xylella fastidiosa breitete sich auf dem europäischen Festland zuerst in Süditalien aus. Foto: Camille Picard (DGAL-SDQPV)

Xylella fastidiosa: Mehr als 300 Wirtspflanzen

Xylella fastidiosa – es gibt keinen deutschen Namen - kann mehr als 300 Wirtspflanzenarten befallen, so zum Beispiel Kräuter, Oleander, Olivenbäumchen, Ahorn“, sagt Joachim Vietinghoff, Leiter des Pflanzenschutzdienstes im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) Mecklenburg Vorpommern in Rostock.

Saugende Insekten verbreiten das Bakterium, das die Leitbahnen, also das Xylem der Pflanzen, besiedelt. Eine Verbreitung läuft durch den oft schwer erkennbaren Befall, der sich durch abgestorbene und vertrocknete Pflanzenteile charakterisiert, unkontrolliert. Für Gartenbaubetriebe stellt die Erkrankungen auch nur einer einzigen Pflanze das Worst-Case-Szenario dar.

Xylella-Befall: Gärtnerei musste gesamten Bestand vernichten

Im vogtländischen Zausa musste im Februar 2017 eine Gärtnerei die gesamte Produktpalette, darunter 45.000 Stiefmütterchen, Narzissen und Primeln vernichten. Im Jahr zuvor hatten Kontrolleure einen Oleander im Betrieb ausgemacht, der mit dem Feuerbakterium Xylella fastidiosa infiziert war.

„Sind auch nur Einzelpflanzen nachweislich infiziert, müssen im Umkreis von 100 Metern alle bekannten und verdächtigen Wirtspflanzen ausnahmslos vernichtet werden. Es wird außerdem eine 10 km-Pufferzone eingerichtet, in der regelmäßig amtliche Überwachungsmaßnahmen durchzuführen sind. Zahlreiche Pflanzenschutzmaßnahmen folgen anschließend, um einer weiteren Verbreitung vorzubeugen“, macht Vietinghoff anschaulich.

Feuerbakterium trat in Europa zuerst in Italien auf

Fälle der Krankheit traten seit dem Jahr 2013 besonders in Italien und Frankreich auf. 2016 erreichte Xylella fastidiosa dann Sachsen. „Wenn Sie aus dem Urlaub Pflanzen aus anderen europäischen Ländern mit-bringen wollen, können wir Sie nur sehr bitten, dass Sie diese in zugelassenen Baumschulen kaufen und darauf achten, dass ein Pflanzenpass vorliegt“, mahnt Vietinghoff.

Jeder Betrieb, der bekannte Wirtspflanzenarten produziert und/oder mit ihnen handelt, muss sich in einer EU-Datei registrieren lassen. „Bringen Sie aus Drittländern bitte nur Pflanzen mit in die EU, denen ein Pflanzengesundheitszeugnis beigefügt ist“, ergänzt er.

Xylella fastidiosa erstmals 1880 in Kalifornien entdeckt

Xylella fastidiosa tauchte 1880 in Kalifornien zum ersten Mal auf. Der Befall wurde an Weinreben festgestellt. Das hauptsächliche Verbreitungsgebiet des Feuerbakteriums liegt in Nord- und Südamerika.

Die Europäische Union erließ im Zusammenhang mit dem Befall in Italien und Frankreich den Durchführungsbeschluss 2015/789/EU, in dem zusätzliche Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Verschleppung des Erregers innerhalb der EU und der Einschleppung in die EU festgelegt worden sind.