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Zecken und FSME: SVLFG sieht Grüne Branche gut gewappnet

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Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mehr als 700 Menschen an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt – eine Form der Hirnhautentzündung, die von Zecken übertragen werden kann. Experten zufolge ist dies der höchste Wert, seit die Erkrankung 2001 meldepflichtig wurde. In der Grünen Branche gibt es laut SVLFG dagegen keinen signifikanten Anstieg der FSME-Infektionen.

Zecken kommen überall in der Natur vor und können vollgesaugt das bis zu 200-fache ihres normalen Gewichts erreichen. Meli1670/Pixabay

Süddeutschland Spitzenreiter bei FSME-Erkrankungen

Schon seit mehreren Jahren beobachten Fachleute in Deutschland eine Zunahme der FSME-Erkrankungen beim Menschen. 2018 wurden insgesamt 583 Fälle gemeldet. Zwar traten 2019 nur 443 bekannte Krankheitsfälle auf, aber 2020 wurde mit über 700 Fällen wieder ein trauriger Rekord erreicht. Die meisten Erkrankungen treten im Süden Deutschlands auf. „In den Jahren 2018 und 2020 wurden die meisten FSME-Fälle in Baden-Württemberg gezählt, während im Jahr 2019 die meisten FSME-Fälle aus Bayern gemeldet wurden“, so Dr. Rainer Oehme vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg. „Letztes Jahr sind hier 331 Menschen an FSME erkrankt.“

Die Anzahl der in der Grünen Branche angezeigten Berufskrankheiten schwankt zwischen zehn bis 23 Erkrankungen pro Jahr in den vergangenen fünf Jahren, berichtet Hartmut Otto aus dem Bereich Prävention der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) gegenüber der TASPO. „Das kann daran liegen, dass die bei uns versicherten Risikogruppen sich der Gefahr bewusst sind und sich dementsprechend schützen.“

Impfung bietet Schutz vor FSME-Erkrankung

Auf Höhe der deutschen Mittelgebirge zieht sich quasi eine Grenze durch Mitteleuropa. Südlich dieser gedachten Linie sind im Jahr 2020 die FSME-Zahlen zum Teil dramatisch angestiegen, während nördlich davon die Erkrankungshäufigkeit praktisch unverändert geblieben ist. „So sind die Zahlen in Skandinavien, den baltischen Staaten und Polen nahezu konstant geblieben und in Schweden haben sie sogar abgenommen. Das heißt aber nicht, dass nicht auch im Norden Hotspots auftreten können“, warnt Prof. Dr. Gerhard Dobler, Leiter des Nationalen Konsiliarlabors für FSME am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr. „So wurde 2019 das Emsland als erstes Gebiet in Niedersachsen zum Risikogebiet erklärt.“ Der Experte sieht aber keinen Grund zur Panik: „Mit einer Impfung kann man sich gut schützen. [...].“ Leider seien in Deutschland schätzungsweise nur rund 20 Prozent der Bevölkerung geimpft, und die Tendenz sei eher stagnierend. „Dabei wird die Impfung von den Krankenkassen bezahlt und ist gut verträglich“, so Dobler.

FSME nach Zeckenbiss als Berufskrankheit anerkannt

Auch SVLFG-Experte Hartmut Otto weist darauf hin: „Die Impfung gegen FSME wird in der Regel von den Krankenkassen für ihre Versicherten in den Risikogebieten gezahlt. Versicherte der Landwirtschaftlichen Krankenkasse können sich auch außerhalb der Risikogebiete impfen lassen.“ Kommt es zu einer Infektion, verhält es sich so: „Wenn ein Versicherter bei der versicherten Arbeit einen Zeckenbiss erleidet und daraufhin an FSME erkrankt, so wird dies als Berufskrankheit anerkannt und er erhält die entsprechenden Leistungen für die Heilbehandlung von der Berufsgenossenschaft.“

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