Alle News

Zerstört der LEH den Obst- und Gemüsebau?

, erstellt von

Im Obst- und Gemüsebau verbreitert sich der Spagat zwischen höheren Lohnkosten und dem Preisdruck für den Massenabsatz, wie der Bayerische Bauernverband berichtet. Nun sollen Politik und Lebensmittel-Discounter umdenken. 

Für den Obst- und Gemüsebau aus Sicht des Bauernverbands heikel: Der Lebensmittelhandel gestaltet die Abnahmepreise agressiv. Foto: Fotolia

LEH: Agressive Preisbildung gegenüber Obst- und Gemüsebau

Michael Brückner, Vorsitzender des Arbeitskreises Sonderkulturen im Bayerischen Bauernverband, fordert, dass der Lebensmittelhandel endlich umdenkt. Immerhin wandern die Hälfte der Erzeugnisse aus dem deutschen Obst- und Gemüsebau an Discounter wie Rewe, Edeka, Lidl oder Aldi. Der Lebensmittelhandel aber gehe extrem agressiv bei der Preisbildung vor. Und deshalb teilt der Bauernverband auch nicht die Begeisterung, die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles für den Mindestlohn aufbringt.

Mindestlohn erhöht Produktionskosten für Obst und Gemüse

„Wie Bauern und Gärtner mit den höheren Lohnkosten zurechtkommen, darauf nimmt der Lebensmittelhandel kaum Rücksicht. Vielfach müssen heimische Erzeugnisse für Lockvogelangebote herhalten. Die Bauern haben sich mit hohen Investitionen auf Sonderkulturen spezialisiert, so ein Betrieb kann nicht einfach aufhören. Wenn sich die Situation jedoch nicht verbessert, werden aber keine neuen Investitionen getätigt und Arbeitsplätze gehen verloren“, sagt Brückner.

Andrea Nahles soll sich für bessere Herkunftskennzeichnung einsetzen

Die Bundesarbeitsministerin solle über ihren Tellerand hinaussehen und sich zudem für eine bessere Herkunftskennzeichnung von Nahrungsmitteln einsetzen, damit der Endverbraucher gezielt zu regionalen Produkten greifen kann. Bisher werden nur drei Prozent aller Erzeugnisse des Obst- und Gemüsebaus über die Direktvermarktung abgesetzt.