Alle News

Zierpflanzenbau: gutes Jahr für Betriebe in Ba-Wü

, erstellt von

Das Jahr 2017 war für den Zierpflanzenbau recht gut, wie sich aus den Orientierungsdaten Baden-Württemberg (Ausgabe 2018, Kapitel „Entwicklung identischer Betriebe“) ableiten lässt. Geblieben ist jedoch der krasse Unterschied zwischen den Betrieben des ersten und des dritten Drittels.

Die Unterglasfläche (Mittelwert) der Zierpflanzenbau-Betriebe in Baden-Württemberg variiert zwischen 4.336 und 6.535 Quadratmetern. Foto: Kruwt/Fotolia

Betriebsertrag nur wenig höher als im Vorjahr

Mit den Buchführungsdaten (Rohabschlüssen) von 56 Zierpflanzen-Gärtnereien entstand ein Vergleich von jeweils identischen Betrieben für die Jahre 2017, 2016 und 2015 beziehungsweise den Wirtschaftsjahren 2016/17, 2015/16 und 2014/15.

Der gemittelte Betriebsertrag dieser Betriebe (753.976 Euro) lag demnach nur wenig höher als 2016. Der Betriebsaufwand war trotz gestiegenem Lohnaufwand aber deutlich gesunken. Daher konnten der betriebswirtschaftliche Gewinn und das besonders aussagekräftige Betriebseinkommen je Arbeitskraft (AK) im Vergleich zu den Werten von 2015 sowie 2016 gesteigert werden.

Betriebseinkommen je Arbeitskraft

Das Betriebseinkommen je Arbeitskraft (AK) betrug 31.212 Euro und lag damit um 5.416 Euro höher als der Lohnaufwand je angestellte Arbeitskraft. Im Jahr 2016 oder Wirtschaftsjahr 2015/16 hatte diese Differenz nur 2.676 Euro betragen.

Das Betriebseinkommen kennzeichnet die Wertschöpfung der im Betrieb eingesetzten Arbeitskräfte und des eingesetzten Kapitals. Aus dem Betriebseinkommen müssen die Arbeitskräfte entlohnt und das Kapital verzinst werden. Fällt die Differenz von Betriebseinkommen je Arbeitskraft und Lohnaufwand niedrig aus, so verzichtet der betreffende Betrieb weitgehend auf Kapitalverzinsung.

Lohn bleibt wichtigster Aufwandsposten

Der Betriebsaufwand machte 89,2 Prozent des Betriebsertrags aus. Im Jahr zuvor waren es 92,5 Prozent des Betriebsertrags. Wichtigster Aufwandsposten blieb der Lohnaufwand (23,7 Prozent des Betriebsertrages), gefolgt von Saat-/Pflanzgut (20,7 Prozent des Betriebsertrags) und Handelsware (elf Prozent). Die vor allem auf Jungpflanzenzukäufen basierende „Saat- und Pflanzgut“-Rubrik war niedriger als 2016. Dagegen erhöhte sich der Aufwandsposten Handelsware/Wareneinsatz.

Der auf Heizmaterial entfallende Anteil sank auf 4,2 Prozent des Betriebsertrags (2016 = 4,3 Prozent und 2017 = 4,6 Prozent). Weitere nennenswerte Aufwandskennzahlen sind die Abschreibungen (3,6 Prozent des Betriebsertrags), Absatz/Werbekosten (2,7 Prozent), Dünger und Pflanzenschutz (ebenfalls 2,7 Prozent), Fuhrpark (2,1 Prozent), Reparaturen (zwei Prozent).

Der Lohnaufwand je angestellte Arbeitskraft stieg von 24.769 Euro (2016) auf 25.796 Euro (2017). Die am Betriebsvergleich beteiligten 56 Zierpflanzenbau-Betriebe hatten im Jahr 2017 durchschnittlich 8,34 Arbeitskräfte(AK).

Spartenergebnis für den Zierpflanzenbau

Das Spartenergebnis für den Zierpflanzenbau entstand diesmal genau wie der Vergleich identischer Betriebe aus den Daten von 56 Betrieben. Im Blickpunkt bei der Spartenübersicht steht der weiterhin gravierende Unterschied zwischen den Betrieben des ersten und dritten Drittels. Das erste Drittel erreichte 2017 einen Betriebsertrag von durchschnittlich 1.026.569 Euro, das dritte Drittel dagegen nur 485.992 Euro.

Hinsichtlich der Betriebsgröße ist der Unterschied viel geringer:

  • Betriebsfläche (Mittelwert) beim ersten Drittel = 20.071 Quadratmeter, beim dritten Drittel = 14.656 Quadratmeter
  • Unterglasfläche (Mittelwert) beim ersten Drittel = 6.535 Quadratmeter, beim dritten Drittel = 4.336 Quadratmeter
  • durchschnittlich 7,85 Arbeitskräfte beim ersten Drittel und 8,09 Arbeitskräfte beim dritten Drittel

Drastisches Gefälle beim Betriebseinkommen

Beim Betriebseinkommen je Arbeitskraft und beim Gewinn zeigt sich der Unterschied zwischen erfolgreichen (erstes Drittel) und wenig erfolgreichen Gärtnereien des dritten Drittels noch drastischer als bei Betriebsertrag und Betriebsaufwand. (Betriebseinkommen je AK = Betriebsertrag minus Betriebsaufwand plus Lohnaufwand). Mit gemittelt 45.573 Euro erreichte das erste Drittel ein beachtlich hohes Betriebseinkommen je Arbeitskraft (AK), während es beim dritten Drittel nur 17.367 Euro waren.

Mehr zu den Orientierungsdaten Baden-Württemberg für den Zierpflanzenbau lesen Sie in der TASPO 31/2018, die am 3. August erschienen ist. Dort finden Sie außerdem die aktuellen Orientierungsdaten für den Garten- und Landschaftsbau und den Friedhofsgartenbau.