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Zierpflanzenbau-Spartenergebnis der Orientierungsdaten 2009 auf zwei fiktive Betriebe übertragen.

Mit den Orientierungsdaten Baden-Württemberg 2009 liegt jetzt eine erste umfassende Übersicht zu Buchführungsdaten des Gartenbaus aus dem Kalenderjahr 2008/Wirtschaftsjahr 2007/08 vor. Dieser Artikel konzentriert sich auf die Daten des Zierpflanzenbaus.

Wie sehr sich im Zierpflanzenbau ebenso wie in anderen gartenbaulichen Sparten die Daten der Betriebe des wirtschaftlich erfolgreichen ersten Drittels und des ökonomisch eher erfolglosen dritten Drittels unterscheiden, wird besonders plastisch, wenn wir die Zahlen auf zwei fiktive Betriebe übertragen: Die Daten der für diesen Artikel erfundenen Gärtnerei "Glücklich" entsprechen genau denen des ersten Drittels, bezogen aufs Spartenergebnis aus den Buchführungsdaten 2008 im Zierpflanzenbau. Die Daten der gleichermaßen fiktiven Gärtnerei "Traurig" stimmen mit denen des dritten Drittels überein, ebenfalls bezogen auf das Spartenergebnis 2008 Zierpflanzenbau.

Gärtner "Glücklichs" Zierpflanzenbaubetrieb floriert. Die Heizkosten sind für ihn kein großes Problem. Sein Motto: So lange der Absatz funktioniert und die Erlöse deutlich über den Gesamtkosten bleiben, gibt es keinen Grund zum Jammern. Klar, dass er höhere Löhne zahlt als das Gros der anderen Gärtnereien. Gutes Personal zu haben und zu halten, dies lohnt sich. Es will aber entsprechend bezahlt werden. Auch wendet "Glücklich" für Jungpflanzen mehr auf als seine Kollegen. Natürlich modernisiert er den Betrieb regelmäßig und setzt auf möglichst rationelle Arbeitsverfahren. Die Gewächshausfläche des Betriebs "Glücklich" beträgt 5.803 Quadratmeter. Sie ist damit um etwa 1.200 Quadratmeter größer als beim Mittel der Zierpflanzenbaubetriebe in Baden-Württemberg. Wesentlicher aber ist der Unterschied in der Produktivität. Wenn Gärtner "Glücklich" im Kalenderjahr 2008 einen Betriebsertrag (Umsatz) von 689.361 Euro erzielte, so entsprach dies fast 120 Euro pro Quadratmeter. Sein Betriebseinkommen pro Arbeitskraft - die eigene natürlich mit berücksichtigt - betrug 41.759 Euro. Diese Kennzahl drückt die Wertschöpfung der im Betrieb eingesetzten Arbeitskräfte und des Kapitals aus, denn aus dem Betriebseinkommen müssen die Arbeitskräfte entlohnt und das Kapital verzinst werden (Berechnung: Betriebsertrag minus Betriebsaufwand plus Lohnaufwand = Betriebseinkommen). Wie es im einzelnen um den Betrieb "Traurig" gestellt ist, lesen Sie ausführlich in der TASPO 17/09 Jahr.