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Zierpflanzenmarkt Deutschland: Zahlen und Einschätzungen aus niederländischer Sicht

Ob der Markt für Blumen und Topfpflanzen in Deutschland gesättigt ist oder doch noch nennenswerte Zuwächse möglich sind, darüber gibt es im niederländischen Groß- und Exporthandel unterschiedliche Meinungen. Im Vakblad voor de Bloemisterij äußerte sich Oliver Mathys von der seit langem auf den Export nach Deutschland ausgerichteten Firma Javadoplant (NL-Honselersdijk) optimistisch. Dieses Unternehmen hatte 2006 seine Geschäfte mit Deutschland um 18 Prozent steigern können. Die "Vergreisung" der Bevölkerung sei für den Handel mit Pflanzen eher positiv. Mathys sieht weiterhin großen Bedarf an Neuheiten und guter Qualität. Obwohl die lokale Produktion sowie Lieferungen aus Polen zunehmen, könnten auch holländische Lieferanten ihre Umsätze in Deutschland noch steigern. Wenig Wachstum in Deutschland erwartet dagegen der bekannte Blumen-Exporteur Wim Heyl (NL-Honselersdijk) Er rechnet mit einer Stabilisierung auf hohem Level.

Das Vakblad zitierte das Marktmonitoring, wonach die Verbraucher in Deutschland letztes Jahr fast sieben Milliarden Euro für Blumen und Pflanzen ausgegeben haben. Der Markt für Schnittblumen habe sich erstmals seit dem Jahr 2000 wieder leicht positiv entwickelt. Der Bundesbürger gab im Durchschnitt 36 Euro für Schnittblumen und 48 Euro für Pflanzen aus. 90 Prozent des deutschen Schnittblumen-Imports komme aus den Niederlanden. Bei den Topfpflanzen liegt der holländische Anteil bei 67 Prozent. Auf 1,5 Milliarden Euro beziffert die Statistik den Schnittblumen- und Topfpflanzenexport der Niederlande nach Deutschland. Größter Konkurrent der Holländer bei Topfpflanzen ist Dänemark, dessen Anteil allerdings von 16 auf elf Prozent sank. Dagegen steigerte Polen seinen Anteil am deutschen Pflanzenimport von zwei auf fünf Prozent. Was Einkaufskanäle angeht, so behielt der Fachhandel bei Schnittblumen seine dominierende Stellung. Marktanteile: Blumengeschäfte 55 Prozent, Gärtnereien 14,6 Prozent, Straßenhandel und Wochenmärkte 7,1 Prozent, Gartencenter 3,8 Prozent, Supermärkte 15,1 Prozent, Sonstige (einschließlich Baumärkte) 4,4 Prozent. Bei Topfpflanzen erreichten Blumengeschäfte, Gärtnereien und Gartencenter gemeinsam einen Anteil von 56,7 Prozent. Baumärkte haben aber in diesem Marktsegment einen beachtlichen Anteil von 17,1 Prozent und Supermärkte von 15,4 Prozent.

Bei den Beet- und Balkonpflanzen ist der Kuchen wie folgt verteilt:

- Gärtnereien 23,3 Prozent,

- Baumärkte 17,1 Prozent,

- Gartencenter 16,6 Prozent,

- Blumengeschäfte 15,6 Prozent,

- Supermärkte 15,4 Prozent,

- Wochenmarkt/Straßenhandel 6,3 Prozent.