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Zukunftskommission Landwirtschaft legt Zwischenbericht vor

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Die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) hat anlässlich ihrer Sitzung in dieser Woche Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Zwischenbericht vorgelegt. Der ZVG betonte in diesem Zusammenhang als Vertretung des deutschen Gartenbaus, dass gärtnerische Unternehmen mehr Handlungsspielräume benötigen. Auch andere Vertreter unterstrichen nochmals das Potential der ZKL und hoben die Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen hervor.

Die ZKL legte in dieser Woche Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Zwischen bericht vor. Foto: Michael/ Pexels

Tragfähige Lebensmittelproduktion mit Umweltschutz vereinen

Im vergangenen Herbst nahm die von der Bundesregierung einberufene Zukunftskommission Landwirtschaft ihre Arbeit offiziell auf. Der Kommission unter Vorsitz von Prof. Peter Strohschneider gehören 32 Mitglieder aus den Bereichen Landwirtschaft, Wirtschaft und Verbraucher, Umwelt und Tierschutz sowie aus der Wissenschaft an. Ziel ist es, eine tragfähige Lebensmittelproduktion mit dem Umweltschutz in Einklang zu bringen. „Zukunftsfragen im Agrarsektor können nur mit allen Akteuren gemeinsam vorangetrieben werden“, sagte Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbands Gartenbau (ZVG) bereits bei der Gründung der Kommission. Der erste Zwischenbericht wurde nun Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgelegt, der Abschlussbericht der ZKL wird für Herbst 2021 erwartet. Dass darin sämtliche Konflikte beigelegt seien, sei illusorisch, man wolle aber dafür sorgen, einen Handlungsrahmen zu finden, der auch gesellschaftlich tragfähig ist.

ZVG fordert mehr Handlungsspielräume

Vor diesem Hintergrund sprach sich Mertz in einer ZVG-Meldung für größere Handlungsspielräume der gärtnerischen Unternehmen, sowie einer Berücksichtigung ökonomischer Belange aus. Dabei verwies er zudem auf die großen Anstrengungen, die die Branche unternehme, um für mehr Insektenschutz und Biodiversität sowie eine noch umweltfreundlichere Produktion zu sorgen. „Nachhaltigkeit besteht neben der Ökologie und Sozialem auch aus der Ökonomie“, so Mertz. Demnach zählt Mertz zu den Handlungsspielräumen auch passende Rahmenbedingungen, die Planungssicherheit bringen. Andernfalls blieben wichtige Investitionen in den gärtnerischen Betrieben aus. Des Weiteren betont der ZVG-Präsident, dass bei zu großen Hürden die heimische Produktion ins Ausland abwandern würde und man nicht nur wichtiges Wissen verliere, die Politik dadurch auch weniger Einfluss auf die Sozial- und Umweltstandards außerhalb von Deutschland habe.

„Verlässliche Rahmenbedingungen schaffen“

„Es ist wichtig, die unbestrittenen Leistungen der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft zu erhalten und zu fördern. Deshalb ist es notwendig, dass wir bei allen Themen stets den Klimaschutz sowie wirtschaftliche, ökologische, gesundheitliche und soziale Aspekte einbeziehen und diskutieren. Nur durch die Beachtung und Auflösung dieser Zielkonflikte können wir verlässliche Rahmenbedingungen schaffen und Planungssicherheit für die landwirtschaftlichen Betriebe erreichen. Dabei ist mir besonders wichtig, dass es keine Wettbewerbsnachteile für die heimische Land- und Ernährungswirtschaft gibt und soziale Härte für die Verbraucherinnen und Verbraucher vermieden werden“, erklärt auch Philipp Hengstenberg, Präsident des Lebensmittelverbands Deutschland nach der Sitzung der ZKL.

„Wir sehen in der Zukunftskommission Landwirtschaft nach wie vor eine große Chance. Unser Ziel ist es weiterhin, ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept für die deutsche Landwirtschaft zu entwickeln, das auch eine gesamtgesellschaftliche Akzeptanz finden kann. Der Deutsche Bauernverband beteiligt sich aktiv an der Arbeit in der Kommission um tragfähige, langfristige Lösungen zu finden – schließlich hatten Bauernverband und Raiffeisenverband gemeinsam diese Kommission vorgeschlagen. Deshalb haben wir wenig Verständnis für die wiederholt unrealistischen Maximalforderungen einiger NGO-Vertreter, die die Arbeit der Kommission erschweren. Das Profilieren über tagespolitische Themen zeigt das bei einigen Teilnehmern offensichtlich vorhandene Desinteresse an der Sache“, betonen hingegen Bauernpräsident Joachim Rukwied und DBV-Vizepräsident Werner Schwarz gemeinsam.

„Der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft wird auch im Agrarbereich erhebliche finanzielle Ressourcen benötigen. Landwirte benötigen über Finanzierungskonzepte hinaus: Gleiche Wettbewerbsbedingungen – gleiche Spielregeln auf europäischer Ebene, denn sonst droht die Abwanderung der Produktion“, betont auch Ute Volquardsen, Vizepräsidentin des Verbands der Landwirtschaftskammern und Kammerpräsidentin in Schleswig-Holstein.

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