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Zukunftstag: Leandro bei der TASPO

Kein bisschen aufgeregt und cool, wie ein altgedienter Journalist sitzt der elfjährige Leandro in der Redaktion, schnappt sich eine Pressemeldung und hackt sie, leicht überarbeitet, in den Rechner. Abspeichern, ein Bild anfügen, noch mal sichern – fertig! Als hätte er seit Jahren nichts anderes gemacht.

Leandro bei der Recherche für die TASPO-Redaktion. Foto: Iris Anger

Diese tatkräftige Unterstützung erhielten wir hier in der TASPO-Redaktion am vergangenen Donnerstag – in Niedersachsen der so genannte Zukunftstag. Was zuweilen noch als „Girls' day“ firmiert, hat in Niedersachsen inzwischen die Stufe der Emanzipation erreicht und fordert nun nicht mehr nur Mädchen dazu auf, einmal die Arbeitsstätten ihrer Eltern oder guter Bekannter kennenzulernen. Auch die Jungs sind gefragt, „geschlechteruntypische“ Berufe kennenzulernen.

So gesehen war Leandro bei uns in der Redaktion genau richtig, sind die männlichen Vertreter hier doch eindeutig in der Unterzahl. Das ist übrigens ziemlich untypisch für eine Redaktion: Die Studie „Journalismus in Deutschland II/2005“ ermittelte, dass der Frauenanteil Ende der 70er Jahre bei geschätzten 20 Prozent lag und sich bis zum Jahr 2005 auf 37,3 Prozent gesteigert hat.

Das alles interessiert den jungen Leandro natürlich noch gar nicht. Stattdessen sucht er gekonnt und routiniert im Internet nach Bildern von Primula auricula, um eine Vorstellung zu haben, worüber er überhaupt schreibt. Als er dann noch erfährt, dass sich das Surfen im Netz bei Redakteuren „Recherche“ nennt, ist er kaum mehr davon abzuhalten.

Erschöpft, aber stolz und glücklich beendet Leandro seinen ersten richtigen Arbeitstag. Ob dieser junge Mann später einmal bei der schreibenden Zunft landet oder die grüne Branche ihn so gepackt hat, dass er eine gärtnerische Ausbildung macht, lässt sich noch nicht sagen.

Entscheidet er sich tatsächlich für den Gartenbau, haben wir wenigstens einen kleinen Anstoß dazu gegeben.