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ZVG bewertet Erbschaftssteuerreformgesetz insgesamt als positiv

Am 27. November hat der Bundestag dem Erbschaftssteuerreformgesetz zugestimmt. Weitestgehend positiv bewertet der Zentralverband Gartenbau (ZVG) das Erbschaftssteuerreformgesetz, wenngleich auch einige Risiken für Gartenbau-Unternehmen bestünden. Denn strukturelle Veränderungen der Betriebe, etwa beim Übergang von Landwirtschaft- zu Gewerbebetrieb während der Behaltefrist, wurden im Gesetz nicht berücksichtigt, so der ZVG. Hilfreich werden sicherlich, so die Interessenvertretung der Gärtner, bei der steuerfreien Übergabe eines Betriebes an ein Familienmitglied die angehobenen individuellen Freibeträge für Ehegatten, Kinder und Enkelkinder sein. Ein Unsicherheitsfaktor sei dabei jedoch, dass sich die Bewertungsgrundlagen verschlechtert hätten.

Als positiv für viele Gärtnerfamilien schätzt der ZVG die steuerfreie Weitergabe selbst genutzten Wohneigentums ein. Für Gartenbaubetriebe mit landwirtschaftlichem Status führe die Bewertung unter Ertragsgesichtspunkten - im Gegensatz zu ursprünglich geplanten Ansätzen - zu wesentlich praxistauglicheren Ergebnissen. Das gelte auch für die vorgesehenen Fortführungsfristen von sieben oder zehn Jahren, während der zukünftig die Erbschaftssteuer abgeschmolzen werde. Allerdings bleibt abzuwarten, betont der ZVG, wie erheblich der damit verbundene Verwaltungsaufwand sein wird.

Dass bei Verpachtungsfällen eine praktikable Lösung gefunden wurde, nämlich sie in die Begünstigung einzubeziehen, begrüßt der Zentralverband Gartenbau. Dies war auch eine der Änderungsforderungen, die ZVG-Präsident Heinz Herker unmittelbar vor den abschließenden Bundestags-Beratungen gegenüber der Politik nachdrücklich formuliert hatte.

Bedauerlich sei, so der ZVG, dass für Betriebe an der Schwelle zwischen Landwirtschaft und Gewerbe weiterhin eine Steuerfalle lauere, wenn dieser Übergang nicht bewusst, also vor einem Erbfall, gestaltet werden könne.