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ZVG sieht Nachbesserungsbedarf bei EU-Pflanzengesundheitsverordnung

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Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) sieht auf die Betriebe zusätzlichen Aufwand und höhere Kosten zukommen, wenn es keine Nachbesserungen bei der EU-Pflanzengesundheitsverordnung gebe. Die Einführung des Pflanzenpasses habe laut Verband demnach keinen positiven Effekt auf die Pflanzengesundheit gebracht.

Der ZVG sieht Nachbesserungsbedarf bei der EU-Pflanzengesundheitsverordnung. Foto: Hassan OUAJBIR/ Pexels

EU-Kommission führ Befragung durch

Hintergrund der geäußerten Kritik an der EU-Pflanzengesundheitsverordnung ist die Tatsache, dass die EU-Kommission dem Europäischen Parlament bis 14. Dezember 2021 gemäß Artikel 50 und 79(6) der Pflanzengesundheitsverordnung (EU) 2016/2031 einen Bericht über die Durchsetzung und Wirksamkeit der Maßnahmen der Verordnung, sowie über Erfahrungen mit der Ausweitung der Pflanzenpassregelung vorlegen muss. Zudem sei auch eine klare Kosten-Nutzen-Analyse für die Unternehmen vorzulegen. Aus diesem Grund läuft aktuell noch bis einschließlich 9. Mai 2021 eine Umfrage der EU-Kommission zu den erweiterten Pflanzenpass-Bestimmungen (TASPO Online berichtete), welche der ZVG durchaus begrüßt und in diesem Zusammenhang eine deutliche Verschlankung der Regelungen im Sinne der Unternehmen fordert, ohne dabei die Pflanzengesundheit in Frage zu stellen.

Pflanzenpass im Zentrum der Kritik

Insgesamt sieht der ZVG deutlichen Nachbesserungsbedarf bei der EU- Pflanzengesundheitsverordnung. Es sei bislang keine Erleichterung zu erkennen, vielmehr zeigen die Erfahrungen seit Ende 2019 einen deutlich größeren Aufwand und Mehrkosten für die Betriebe, ohne dabei aber zu mehr Sicherheit und Transparenz zu gelangen. Weder das harmonisierte Format des Pflanzenpasses noch die Anforderungen an das Anbringen hätten einen positiven Effekt auf die Pflanzengesundheit gebracht. Auch habe der Pflanzenpass keinerlei nachverfolgbaren Schutz vor neuen Schadorgansimen erreicht. Insbesondere die Ausweitung der Regelungen bis zum Endverbraucher bringt nicht mehr Sicherheit, sondern laut ZVG eine deutliche Aufblähung des Systems. Nach den neuen Regelungen sind alle Pflanzen zum Anpflanzen betroffen, was gerade im Zierpflanzenbau dazu führt, dass mehrere Tausend Arten von der Passpflicht betroffen sind.

ZVG verweist auf bewährtes Pflanzengesundheitsrecht in Deutschland

Des Weiteren verweist der ZVG auf ein zuvor in Deutschland bereits etabliertes Pflanzengesundheitsrechtes, welches ein sehr gut funktionierendes Kontrollsystem zur Nachverfolgung von Pflanzenlieferungen dargestellt habe. Wenn die Regelungen in allen Mitgliedstaaten gleichermaßen gut umgesetzt worden wären, hätte das alte System laut Verband vollkommen ausgereicht. Vielmehr sehe man im neuen Pflanzengesundheitsrecht viele bürokratischen Neuerungen, mit denen man die Probleme nicht lösen werde.

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