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Baumschulen in Schleswig-Holstein: Export bietet derzeit große Chancen

Es gibt große Chancen im Export und für das neu begonnene Wirtschaftsjahr verhaltenen Optimismus. Diese Sicht vertrat Dr. Frank Schoppa vom Landesverband Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen in seinem Perspektivbericht 2006, den er zum offiziellen Start der Frühjahrssaison in seinem Verbandsgebiet vorlegte.

"Wie sich 2006 entwickelt, können wir trotz der allgemeinen Hoffnungen einer wirtschaftlichen Verbesserung erst einmal nur mit Zurückhaltung beurteilen", wertete der Landesverbands-Geschäftsführer. Was den Export angeht, sei dem Auslandsgeschäft weiterhin große Bedeutung zuzumessen, "denn die benötigten Mengen jenseits der Landesgrenzen sind enorm". Durch die unklare Konjunkturentwicklung allerdings, ließen sich die Aussichten für das gerade begonnene Wirtschaftsjahr insgesamt nur mit "zurückhaltend bis vorsichtig optimistisch" einschätzen.

Deshalb hoffe man, von den neuen Regierungen in Berlin und Kiel "Rückenwind und Planungssicherheit" zu erhalten. Schoppa: "Wir fordern den Abbau bürokratischer Hemmnisse und einen fairen Wettbewerb in Europa." Konkreter Handlungsbedarf bestehe unter anderem bei den Themen Verpackungsverordnung, gebietsheimische Pflanzen oder der Sozialversicherung osteuropäischer Saisonarbeitskräfte. Als weitere Stichpunkte nannte er die Energiepreissituation sowie den Erhalt des verminderten Mehrwertsteuersatzes und der Umsatzsteuerpauschalierung.

Besonders der Bereich des "öffentlichen Grüns" - wohin der größte Teil der Pflanzenproduktion in Schleswig-Holstein geht - sei durch die chronische Finanzknappheit der Städte und Gemeinden gekennzeichnet, meinte er zur Marktlage. "Neben den rückläufigen Auftragsvolumina bereitet uns hier die mangelnde Zahlungsmoral zunehmend Probleme", so Schoppa. Darüber hinaus führe die vorherrschende Ausschreibungspraxis zu fortschreitendem Preisverfall. "Teilweise arbeiten unsere Baumschulen unter den Gestehungskosten." Stabil zeige sich immerhin die private Nachfrage in Fachmärkten und Gartenbaumschulen.

Bei den einzelnen Produktgruppen stächen lediglich die Rosen positiv hervor, mit gutem Abfluss bei Hochstamm-, Kletter- und Strauchrosen. Ebenfalls gut liefen Heckenware, Taxus oder Immergrüne. Die meisten anderen Bereiche seien im Ergebnis "befriedigend bis ausreichend" ausgefallen. Als besondere Verlierer nannte Schoppa Bodendeckerrosen sowie Landschafts- und Wildgehölze.