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Baumschultechnik: „Die Möglichkeiten sind gewaltig“

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Die Baumschultechnik zeigt ganz praktisch, was heute schon an Automatisierung und Digitalisierung in der Baumschulwirtschaft geht – und was nicht. Denn so manche „smart“ klingende Innovation erweist sich, wenn sie auf Tradition trifft, als (noch) nicht praktikabel. Dr. Heinrich Lösing organisiert die Messe seit 1990 zum fünften Mal und spricht im Interview darüber, mit welchen Innovationen in Zukunft zu rechnen ist.

Dr. Heinrich Lösing (Mitte) beim Messerundgang auf der Baumschultechnik 2012. Foto: Versuchs- und Beratungsring Baumschulen

Was macht die Baumschultechnik so besonders?

Die Baumschultechnik ist weltweit einzigartig. Nirgendwo sonst als in Norddeutschland gibt es eine Veranstaltung, die neueste Technologie live auf dem Feld demonstriert. Das war das Ziel der ersten Messe im Jahr 1958, und das ist es heute immer noch.

Was sind die Meilensteine in der Entwicklung der Baumschultechnik?

Der jetzt 300 Seiten starke Messekatalog zählt dazu, weil auch die Merkmale der einzelnen Geräte aufgeführt sind. Er ist damit „Nachschlagewerk Nummer Eins“ für Baumschultechnik in Europa und ein Spiegelbild der technischen Entwicklung in Baumschulen. Die Webseite baumschultechnik.de wurde 2002 mit dem Innovationspreis Technik des BMVEL ausgezeichnet, zeigt heute 8.000 Maschinen und ist mit 1.700 Adressen verlinkt. Eine solche Leistung können nur Fachleute erbringen, alleine dieses Jahr bestand das Team aus fünf Personen.

Womit das Stichwort disziplinübergreifendes Arbeiten und Kooperationen gegeben ist. Heute kann fast niemand mehr komplexe Aufgaben alleine lösen…

Interdisziplinäres Arbeiten und fachliches Know-how zu bündeln, wird immer wichtiger. Maschinenbauer setzen sich bei der Entwicklung neuer Geräte mit Praktikern zusammen und ziehen auch Computerexperten hinzu. Der fachliche Austausch, der Dialog und das Netzwerken untereinander bringen erst Ideen und Innovationen hervor. Deshalb ist die Baumschultechnik von großer Bedeutung.

In den kommenden Jahren wird sich der Mechanisierungs- und Automatisierungsgrad in den Baumschulen weiter erhöhen. Zum einen, weil es insgesamt immer weniger Fachkräfte gibt und diese immer älter werden, und zum anderen, weil es grundsätzlich darum geht, Arbeitsplätze so zu verändern, dass die Arbeit attraktiver, ergonomischer und effizienter wird. Langfristig wird es gänzlich auf eine Produktion im Container hinauslaufen.

Also geht es auch in den Baumschulbetrieben der Zukunft um autonome Systeme und Digitalisierung?

Erste Ansätze gibt es. Der Führerstand moderner Traktoren lässt sich heute mit einem Cockpit vergleichen, bei dem Autopiloten die exakte Gabe von Dünger und Pflanzenschutzmitteln steuern. […] Dass in naher Zukunft durch Verbindung von Drohnenbildern und künstlicher Intelligenz die optimalen Zeitpunkte für Aussaat, Pflanzung, Rodung, Bewässerung, Düngung und Pflanzenschutz bestimmt werden, ist keine Vision mehr. Die Technik ist da, die Möglichkeiten sind gewaltig – aber diese Entwicklungen fordern auch von den Fachkräften völlig neue Fähigkeiten.

Das komplette Interview mit „Mr. Baumschultechnik“ Dr. Heinrich Lösing und mehr zur diesjährigen Messe lesen Sie in der August-Ausgabe von Deutsche Baumschule, die im TASPO Online-Shop abrufbar ist.