Der Weg ist das Ziel: frische Ideen für die Kreativbranche

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Normalerweise sind die Creativeworld Trends live auf der Messe in Frankfurt zu erleben. Aufgrund von Corona werden sie 2021 ausnahmsweise im Rahmen des Consumer Goods Digital Day am 20. April präsentiert. Foto: Messe Frankfurt/Jean-Luc Valentin

Frische Ideen für die Kreativ-Saison 2021/22 wollen die vom Stilbüro bora.herke.palmisano im Auftrag der Messe Frankfurt entwickelten Creativeworld Trends liefern. Wir stellen die drei aktuellen Trendwelten „second strategy“, „flower treatment“ und „natural procedure“ vor.

Temporäre Entschleunigung und Rückbesinnung auf die Natur

Viel Abwechslung und die Lust auf Neues verspreche der Ausblick auf die Creativeworld Trends 2021/22, wie Michael Reichhold, Leiter Creativeworld bei der Messe Frankfurt Exhibition GmbH, erklärt. Für jeden Kreativen sei etwas dabei, wobei besonders auffällig der nachhaltige Gedanke sei, der sich in allen drei Trendthemen wiederfinde. „Wenn die Corona-Pandemie ein Gutes hervorgebracht hat, ist es die temporäre Entschleunigung, der sich keiner entziehen konnte, und die Rückbesinnung auf das Regionale und die Natur, die uns umgibt“, so Reichhold.

Eine Auffassung, die auch die Designer vom Stilbüro bora.herke.palmisano teilen. Durch Corona hätten die Menschen Zeit geschenkt bekommen, die sie zuvor oft nicht hatten. „Plötzlich waren wir nicht mehr in Eile und mussten schnelle Erfolge erzielen – wir konnten uns den kreativen Dingen mit Disziplin, Geduld, Kontinuität und Energie widmen“, sagt Claudia Herke. „Wir haben Techniken und Methoden neu aufgegriffen und dabei Erfolge und Misserfolge hingenommen. Deshalb haben wir für die Trends die alte Weisheit ‚Der Weg ist das Ziel‘ aufgegriffen, die aktuell so wichtig und gerade für die Kreativbranche so treffend ist.“ Auf dieser Basis hat das Stilbüro bora.herke.palmisano die drei Trendwelten „second strategy“, „flower treatment“ und „natural procedure“ entwickelt, die den Angaben zufolge frischen Input für kreative Hobbys liefern sollen.

„Second use“-Gedanke macht Gebrauchtes zum wertvollen Bastelmaterial

Nachhaltig und individuell präsentiert sich die Trendwelt „second strategy“, bei der der „second use“-Gedanke in den Fokus rückt. Beispielsweise wird gebrauchte Kleidung neu aufgelegt statt entsorgt – Strickware wird repariert, Rotweinflecken übermalt und Löcher im Lieblingspulli mit farbigem Garn umstickt. Eine Renaissance erlebt auch die in den 90ern gehypte Batik-Technik, außerdem wird das Siebdruck-Verfahren wiederentdeckt, mit dem Schriftzüge und künstliche Motive auf die unterschiedlichsten Oberflächen gedruckt werden können. Nachhaltigkeit spiegelt sich darüber hinaus durch den Recycling-Gedanken wider: Materialien, Verpackungen aus Karton oder Glas, Keramiken oder abgenutzte Gegenstände werden in der „Re-use-Werkstatt“ zum wertvollen Bastelmaterial.

Bei „flower treatment“ spielen dagegen Blumen und Blüten die Hauptrolle, die beispielsweise mit wenigen einfachen Pinselstrichen und Aquarellfarbe, mit Bleistift oder Ton-Stift auf Leinengewebe, hochwertige Papiere und Textilien gepinselt werden. Daneben geht es um aufwendige und anspruchsvolle Techniken, die Geduld, Disziplin und kreative Hingabe für eine künstlerische Arbeit voraussetzen. Wiederentdeckt werden in dieser Trendwelt etwa traditionelle Fertigkeiten wie Irish Crochet (gehäkelte Blüten), die Kleidung, Postkarten oder Schmuck verschönern und zu einzigartigen Unikaten machen können. Eine wichtige Rolle spielen außerdem Broschen, Armbänder und Ketten mit floralen Formen und Mustern.

Arbeiten mit und in der Natur im Fokus

Das Bedürfnis nach Natur und Freiheit wiederum spiegelt „natural procedure“ wider. Experimentelle Techniken und das unmittelbare Arbeiten mit und in der Natur stehen im Mittelpunkt, viel Verwendung finden Holz und natürliche Werkstoffe. Zum Einsatz kommen aber auch Ton und natürliche Farben, die mithilfe von traditionellen Methoden aus Mangold, Rote Bete, Kurkuma oder Nüssen gewonnen werden. Fundstücke aus der Natur wie Stöcke, Blüten, Steine, Tannenzapfen oder Blätter dienen als Druckmotive, die mit einer großen Auswahl an Farben auf verschiedene Materialen wie Baumwolle, Leinen oder Seide gebracht werden. Zum Zug kommen außerdem klassische DIY-Techniken wie Weben, Flechten und Modellieren.

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