Deutsche Baumpflegetage mit großem Zuspruch

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Professor Dr. Dirk Dujesiefken (l.) und Thomas Amtage zeigten sich zufrieden mit dem großen Zuspruch bei den diesjährigen Baumpflegetagen. Foto: Deutsche Baumpflegetage/Kottich

Nach coronabedingter Zwangspause fanden in der vergangenen Woche in Augsburg endlich wieder die Deutschen Baumpflegetage in Präsenz statt. Die Organisatoren zeigten sich nach der dreitägigen Veranstaltung sehr zufrieden und zogen ein durchweg positives Fazit.

1580 Expertinnen und Experten zu Gast

Insgesamt 1580 Expertinnen und Experten kamen zu den Deutschen Baumpflegetagen und 590 Besucher kamen zur begleitenden Baumpflege-Messe in Augsburg. 145 Aussteller präsentierten sich in der Messehalle und auf dem Außengelände. Demnach sei die Nachfrage im Vergleich zu 2019 nochmals gestiegen, so dass die Fläche vergrößert werden musste. Im Fokus standen dabei der Alleen- und Artenschutz sowie Straßenbäume und Bäume an urbanen Standorten. „Alleen sind ein essenzieller Bestandteil unserer Kulturlandschaft und waren deshalb ein wichtiger Themenschwerpunkt in diesem Jahr“, sagte Thomas Amtage, gemeinsam mit Professor Dr. Dirk Dujesiefken, beides Geschäftsführer des größten europäischen Baumpflege-Events. Seit 1995 werden Bäume als Verkehrshindernis in der Unfallstatistik geführt, was beim diesjährigen Event heiß diskutiert wurde. „Es wird besser, aber es gibt noch viel zu tun! Deshalb haben wir bei den Deutschen Baumpflegetagen die Chance genutzt, Politik und Gesellschaft einmal mehr aufzufordern, den Alleenschwund zu stoppen und sich für ihren Schutz einzusetzen“, sagt Cornelia Behm von der Alleenschutzgemeinschaft (ASG).

Wie viel Pflege braucht ein Baum?

Die Schönheitspflege von Bäumen und wieviel diese davon benötigen gingen Dirk Dujesiefken und Mark Bridge im Kletterforum auf den Grund. „Das Schönheitsideal in unserer Gesellschaft ist stark geprägt vom Streben nach Symmetrie, Jugendlichkeit und Makellosigkeit. Entsprechend werden zahlreiche Bäume geschnitten. Andererseits finden viele die alten, knorrigen Baumgestalten mit ihren Höhlen, Rissen und Altersspuren besonders schön“, erklärte Dujesiefken die diversen Ansichten. Daraus ergebe sich die Frage nach dem Produkt, welches heutige Baumpfleger abliefern möchten. „Das Argument, es sei der Wunsch des Kunden, einen Baum aus optischen Gründen komplett zu bereinigen, lasse ich nicht pauschal gelten. Dennoch klettern die Baumpfleger oftmals dem hintersten Totholz hinterher, weil dieses nicht dem gesellschaftlichen Bild eines ´gemachten` Baumes entspricht. Vielleicht sind die Parameter klassischer Schönheit auch in den Köpfen der Baumpfleger verankert. Wir dürfen und sollten mutig sein und im Sinne der Bäume mit diesen Konventionen brechen. Bäume brauchen kein Facelifting“, machte Bridge seine Meinung dazu deutlich.

Videos vom Kletterforum in Kürze online

Der Umgang mit abgestorbenen Bäumen wurde ebenfalls thematisiert und vor dem Hintergrund der Arbeitssicherheit mit Experten der SVLFG diskutiert. „Die Folgen des Klimawandels treffen die Bäume in der Stadt ebenso wie auf Waldflächen. Durch den Hitze- und Trockenstress können zuvor noch vitale Bäume innerhalb kürzester Zeit absterben und die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigen“, so Thomas Amtage. Laut SVLFG habe sich die Zahl der Unfälle durch das Entfernen von Schad- und Totholz im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Sämtliche Vorträge der diesjährigen Deutschen Baumpflegetage können im Jahrbuch der Baumpflege 2022, welches bei Haymarket Media erschienen ist, nachgelesen werden. Nicht enthalten sind die Vorträge des Kletterforums, welche in diesem Jahr professionell gefilmt wurden und in Kürze auf der Internetpräsenz der Baumpflegetage gegen eine Gebühr abrufbar sein werden.

Eindrücke der Messe finden Sie in unserer Bildergalerie. Mehr zu den Deutschen Baumpflegetagen und der begleitenden Baumpflege-Messe lesen Sie in der am Freitag erscheinendn TASPO 20/2022.

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