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Deutsche Baumpflegetage: prominente Baumexperten zu Gast

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Fachvorträge, Kletterforum, Messe: Die Deutschen Baumpflegetage in Augsburg sind der Branchentreff im Frühjahr. Vom 7. bis 9. Mai tauschen sich internationale Experten unterschiedlicher Fachrichtungen aus – darunter prominente Referenten aus den USA und Großbritannien.

Theorie und Praxis gehen auf den Deutschen Baumpflegetagen Hand in Hand: Fachvorträge und Diskussionsrunden werden ergänzt durch praktische Vorführungen. Foto: Forum Baumpflege

Internationale Koryphäen der Baumpflege referieren

Im Großen Saal der Messe Augsburg kommen von Dienstag bis Donnerstag Baumpfleger, kommunale Fachleute, Sachverständige, Landschaftsarchitekten und grüne Verbände zusammen, um sich über neueste Erkenntnisse auszutauschen. Mit dem Briten Neville Fay und der US-Amerikanerin Dr. Margaret Lowman, auch bekannt unter dem Spitznamen „Canopy Meg“, konnten die Organisatoren zwei internationale Koryphäen der Baumpflege als Referenten gewinnen.

Um „Schattentoleranz als Kriterium der Baumarten-Auswahl in der Stadt“ geht es im Vortrag von Professor Dr. Andreas Roloff von der Technischen Universität Dresden. Der Leiter des Instituts für Forstbotanik und Forstzoologie sowie Experte für Parks, Gärten und städtischem Grün zeigt Bedeutung, Strategien und Beispiele auf.

Schattentolerante Baumarten: Rot-Buche und Hainbuche

„In alten Parkanlagen, unter dichten Alleen und in Häuserschluchten werden junge Bäume beim Aufwachsen oft dauerhaft beschattet. Wenn dieser Faktor bei der Baumartenwahl für solche Standortsituationen nicht ausreichend berücksichtigt wird, kann es zu Schiefstand, Kümmerwuchs oder im Extremfall zum Absterben der Jungbäume kommen“, so Roloff.

Dafür gebe es zahlreiche Beispiele von erfolglosen Ausgleichsmaßnahmen für Natureingriffe durch Bauvorhaben oder Nachpflanzungen in alten Parkanlagen unter Vorgaben des Denkmalschutzes, der bisweilen auf derselben Baumart wie zur Zeit der Parkgründung auf einer damaligen Freifläche besteht. Als Beispiele für bis ins Alter sehr schattentolerante Baumarten stellt er Rot-Buche und Hainbuche vor.

Streuobstbäume brauchen besondere Beachtung

„Die Laubholz-Mistel breitet sich in Deutschland immer weiter aus – auch in Streuobstbeständen“, sagt Dr. Markus Rösler, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst und Mitglied im Landtag von Baden-Württemberg. Er referiert zum Thema „Pflanzung und Pflege von Streuobstbäumen unter besonderer Berücksichtigung der Ausbreitung und Bekämpfung der Laubholz-Mistel“.

Streuobstbestände, die zu den „Hot Spots“ der biologischen Vielfalt gehören, würden in Europa seit den 1950er Jahren zurückgehen  und seien in Deutschland als stark gefährdet eingestuft. Pflanzung und Pflege der Hochstamm-Obstbäume seien erforderlich, um die Bestände zu sichern. Dabei gelte es, ein stärkeres Augenmerk auf die Mistel zu richten, die die Bäume massiv schädigen kann.

Die Bekämpfung der – nicht geschützten Mistel – soll nicht als generelles Zurückdrängen verstanden werden. Der teils starken Bestandsgefährdung der Bäume selbst muss aber entgegengewirkt werden. Erforderlich sind ein konsequentes Rückschneiden der äußeren Astpartien und ein konsequentes Entfernen der Misteln mindestens alle vier Jahre in den inneren Astpartien.

Entwicklungen und Strömungen in der Baumpflege

Die Fachvorträge werden durch eine wissenschaftliche Poster-Ausstellung ergänzt. Sie zeigt aktuelle Entwicklungen und Strömungen in der Baumpflege. Einige der Themen sind: „Zum Auftreten des Ebereschenringfleckenvirus an der Felsenbirne“, „Aktueller Stand zur Verbreitung von Eutypella-Stammkrebs an Ahorn im Raum München“ und „Zur Neuverankerung angekippter Platanen“.