Deutsche Baumpflegetage: „Stimmung außerordentlich gelöst“

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky

Zeigte sich im Kurzinterview nach den Deutschen Baumpflegetagen sehr zufrieden mit der Veranstaltung, Prof. Dirk Dujesiefken. Foto: privat

Vergangene Woche fanden die Deutschen Baumpflegetage in Augsburg mit der begleitenden Baumpflegemesse statt. Die Organisatoren verzeichneten einen großen Zuspruch. TASPO Online fragte bei Veranstalter Prof. Dr. Dirk Dujesiefken nach, der eine durchweg positive Bilanz zog.

Wie sieht Ihr Fazit der Deutschen Baumpflegetage aus und wie groß war Ihre Erleichterung, dass die Veranstaltung planmäßig ablaufen konnte und haben Sie mit einem so großen Zuspruch gerechnet?

Prof. Dr. Dirk Dujesiefken: Die Erleichterung ist riesengroß! In den letzten beiden Jahren mussten wir vielfach umplanen und stets gab es Unsicherheiten bezüglich der Durchführbarkeit. Die Auflagen hatten sich teilweise wöchentlich geändert. Für diese Tagung waren wir auf alles vorbereitet. Zum Glück gab es keine Zugangsbeschränkungen mehr. Einige Wochen zuvor wäre alles viel schwieriger geworden und wir hätten mit Sicherheit deutlich weniger Teilnehmer gehabt.

Mein Fazit: Mit dem Termin hatten wir Glück, das hoch aktuelle Programm hat viele Kollegen nach Augsburg gelockt und alle waren glücklich, dass endlich mal wieder eine Tagung in Präsenz stattfinden konnte. Die Stimmung war entsprechend außerordentlich gelöst. Einige Teilnehmer sagten mir, dass sie die Veranstaltung „genießen“ würden! Ein größeres Lob für eine Fachtagung kann es nicht geben.

Was waren rückblickend Ihre persönlichen Highlights der Veranstaltung?

Prof. Dr. Dirk Dujesiefken: Highlights gab es viele. Nach einer so langen Pause gab es viele wichtige und interessante Vorträge und Vorführungen. Besonders waren die neuen Räume für die Fachvorträge und das Kletterforum. Die neue Tagungstechnik war ein Quantensprung für uns. Für mich persönlich war der Eröffnungsvortrag, den ich gemeinsam mit Mark Bridge im Kletterforum hielt, etwas ganz Besonderes. Zum einen war es mein erster Vortrag in diesem Forum, zum anderen sind wir mit einer provokanten Frage gestartet: Wollen wir an Altbäumen alles „Unperfekte“ abschneiden oder können wir auch Schäden und Defekte tolerieren? So eine Fragestellung gab es bislang noch nie auf einer Baumpflegetagung. Der Saal war brechend voll und die Teilnehmer waren dankbar, dass dieses Thema „endlich“ einmal behandelt wird. Es war der Anfang einer längeren Diskussion. Diese positive Rückmeldung war für mich ein besonderes Highlight.

Was waren die größten Herausforderungen bei der Planung und Umsetzung der Veranstaltung und wann starten die Vorbereitungen auf die nächste Ausgabe?

Prof. Dr. Dirk Dujesiefken: Die größte Herausforderung war die Ungewissheit! Als Veranstalter hatten wir keine Planungssicherheit. Über Auflagen und Teilnehmerbegrenzungen wird auf Bundes- und Landesebene entschieden, meistens sehr kurzfristig. Die fertig vorbereitete Tagung 2020 mussten wir kurz vor Beginn absagen. Wir hatten deshalb 0 € Einnahmen, aber bis dahin schon erhebliche Ausgaben. Die diesjährige Veranstaltung hatten wir im November 2021 ausgelobt und wussten nicht, ob die Deutschen Baumpflegetage wirklich stattfinden können. Thomas Amtage und ich brauchten über Monate starke Nerven und sind nun überglücklich, dass wir die Situation richtig eingeschätzt hatten.

Mit der Planung für die kommende Tagung haben wir schon in der Woche begonnen. Viele sind überrascht, wenn sie das erfahren. Wir bereiten zurzeit die nächste Fachbeiratssitzung vor, die im Juni sein wird. Wir besprechen dann gemeinsam mit dem geplanten Fachpartner das Programm, damit alle Referenten im Sommer mit der Erstellung der Fachartikel beginnen können. Ende November müssen diese vorliegen, damit das fertige Jahrbuch der Baumpflege auf der nächsten Veranstaltung allen Teilnehmern ausgehändigt werden kann. Unsere Referenten sind viel beschäftigt. Bei kurzfristigen Anfragen würden wir uns diverse Absagen einhandeln. Deshalb gilt bei uns: nach der Tagung ist vor Tagung.