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Duale Systeme und ihre Konditionen: Gärtner haben die Wahl

Durch die Kündigung der Verträge des Dualen System Deutschland (DSD) mit dem Zentralverband Gartenbau (ZVG) entfallen ab dem 1. Januar 2008 die günstigeren Konditionen für die Gärtner (siehe TASPO 25/07). Dies war Anlass für uns, bei weiteren dualen Systemen nach den Konditionen für die Entsorgung von Verpackungsabfällen zu fragen (Stand Ende August 2007). Denn inzwischen gibt es mehrere Mitbewerber, die an der ehemaligen Monopolstellung des Dualen System Deutschland "knabbern". Im Jahr 2001 öffnete die EU-Wettbewerbsdirektion auch für andere Entsorgungsanbieter. Und Konkurrenz belebt das Geschäft - oder die Preisgestaltung. Alle befragten Anbieter nannten allerdings keine konkreten Preise. Vielmehr machten sie ihre Preiskalkulation davon abhängig, um was für einen Verpackungsabfall es sich handele und wie hoch das Gewicht beziehungsweise Volumen sei, so die Auskunft der Landbell AG aus Mainz. Je nach Unternehmen werde ein individuelles Angebot erstellt. Ähnlich auch die Auskunft der Vfw AG aus Köln, sie bietet beispielsweise spezielle Bau- und Garten-Tarife an. Die Eko Punkt GmbH aus Mönchen-gladbach beurteilte die Situation so, dass bei den pro Gärtnerei vergleichsweise geringen Mengen anfallender Kunststoffe sowie Papier, Pappe und Kartonagen ein Zusammenschluss beispielsweise in den Landesverbänden Sinn mache, um günstigere Konditionen zu erhalten. Erst die zusammengenommenen Mengen wie bei leichtem Kunststoff brächten ein entsprechendes Gewicht auf die Waage.

Die befragten Unternehmen verwiesen zudem auf die im Internet zum Download verfügbare Lizenzentgeltliste des DSD. (http://www.gruener-punkt.de/index.php?id=1489&L=0). Die hier zu findenden Lizenzentgelte könnten als Richtwert dienen. Je nach Menge könne der Preis geringfügig unter dem dort angegebenen liegen, aber auch darüber. Am teuersten sei generell Kunststoff mit einem Preis von etwa 1300 Euro pro Tonne. Da sich der ZVG nach Kündigung der DSD-Verträge in Verhandlungen mit alternativen Anbietern befindet, so teilte Dr. Hans-Joachim Brinkjans, ZVG-Umweltreferat, mit, bleibt für Mitglieder des ZVG abzuwarten, welche Empfehlung der ZVG nach Abschluss der Gespräche ausspricht. Laut Brinkjans werden die Verhandlungen noch etwa vier bis fünf Wochen dauern. Eine pauschale Kostenlösung, gemessen an den Durchschnittsgewichten, ist hier das Ziel. Trotzdem bleibt jedem Betrieb selbst überlassen, welche Lösung er in Anspruch nimmt.