Messen

Gärtner sollten DSD-Vertrag kündigen

Das Duale System Deutschland (DSD) hat seine Verträge mit dem Zentralverband Gartenbau (ZVG) gekündigt (siehe TASPO 4/07). Damit entfallen günstigere Konditionen für die Gärtner, die jetzt ihrerseits über eine Vertragskündigung nachdenken sollten. Bislang konnten Gartenbaubetriebe Blumentöpfe, die als Verpackung gelten (betrifft die nicht an der Pflanze verbleibenden Töpfe), vergleichsweise günstig über das DSD entsorgen lassen. Der ZVG hatte dazu 2006 eine Zusatzvereinbarung zum Zeichennutzungsvertrag abschließen können, die es unter anderem ermöglichte, anfallende Töpfe aus dem Gehölzbereich oder bei Beet- und Balkonpflanzen pauschal nach Gewicht zu entsorgen. Diese Lösung wird es ab 1. Januar 2008 nicht mehr geben, denn DSD kündigte die Zusatzvereinbarung mit dem ZVG zum 31. Dezember 2007. Auf Gärtner, die ihren Lizenzvertrag mit DSD auch ohne die Zusatzvereinbarung aufrecht erhalten, kommt dann im Jahr 2008 der Normalpreis von (derzeit) 1296 Euro pro Tonne Verpackungsabfall beziehungsweise 1,29 Euro pro Kilogramm zu. Mit der vergünstigenden Zusatzvereinbarung zahlten sie bislang 0,5 Cent pro Topf (Beet- und Balkonpflanzen), was ausgehend von einem durchschnittlichen Topfgewicht von zehn Gramm 0,5 Euro pro Kilogramm entspricht. Die zu erwartende Preissteigerung beliefe sich demnach auf rund 150 Prozent. Aus diesem Grund empfiehlt beispielsweise der Bayerische Gärtnereiverband seinen Mitgliedern, den Lizenzvertag mit DSD zum 31. Dezember 2007 zu kündigen. Dies sei noch bis zum Monatsende Oktober möglich (zwei Monate Kündigungsfrist).

Der ZVG befindet sich derzeit in Verhandlungen mit zwei alternativen, flächendeckend arbeitenden Anbietern. Nach Information von Dr. Hans-Joachim Brinkjans, ZVG-Umweltreferat, sind die Anbieter "Interseroh" und "Landbell" im Gespräch. Zielstellung der Verhandlungen sei es, gegebenenfalls wiederum zu einer pauschalen Kostenlösung, gemessen an Durchschnittsgewichten, zu kommen. Der ZVG wird für den neuen Anbieter ab 1. Januar 2008 nach Abschluss der Gespräche eine Empfehlung aussprechen. Welche Lösung jeder Betrieb für sich in Anspruch nimmt, bleibt ihm selbst überlassen, so Brinkjans. "Es kann für kleinere Betriebe interessant sein, nach Gewicht zu entsorgen. Größere Unternehmen haben vielleicht die Möglichkeit, korrekte Stückzahlen anzugeben."