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Hortiflor Expo in Peking: Chinas Blumenindustrie ist ein Wachstumsfaktor

Im Vorfeld der Hortiflor Expo, einer Blumen- und Gartenbaumesse in Peking, berichtete der amerikanische Unternehmensberater Dr. Berl Thomas, warum der Blumenanbau für den innerchinesischen Markt so bedeutend ist. Die Hortiflor Expo findet vom 11. bis 14. April 2006 in Peking statt.

Für Berl ist die chinesische Blumenindustrie ein Rohdiamant. Er begründet dies folgendermaßen: Ausgangspunkt ist die Gleichung: Blumen, schöne Städte, Tourismus, das habe China für sich erkannt. Hinzu kommt, dass es für die Regierung wichtig ist, die Bedingungen in der Landwirtschaft zu verbessern und die dortigen Einkommen zu steigern, damit die Differenz zwischen den Einkünften der städtischen und der Landbevölkerung nicht zu groß wird.

Immerhin leben in China rund 760 Millionen Menschen auf dem Land. Insofern kann eine wachsende Blumenindustrie der Landbevölkerung andere Einkommensmöglichkeiten eröffnen, als dies mit dem Anbau von Reis, Baumwolle oder Kartoffeln möglich ist.

Einer der größten Abnehmer für Gartenbauprodukte ist im Moment die öffentliche Hand, die Topfpflanzen in großer Zahl zum Verschönern der Metropolen einsetzt. Eine neue Steuerregelung hilft den Farmern dabei, auch in andere Anbaumethoden zu investieren. Das führt dazu, dass in nahezu allen Regionen Chinas wachsendes Interesse am Anbau von Blumen und Pflanzen zu registrieren ist.

Gleichzeitig stieg in den letzten vier bis fünf Jahren das Interesse der Bevölkerung an Gartenbauausstellungen, die in den verschiedensten Provinzen stattfanden. Sie zogen zwischen 500000 und zwei Millionen Besucher an und sorgten dafür, dass die Blumenindustrie steigende Umsätze zu verzeichnen hatte. Zum einen, weil sie selbst viel Blumen benötigten, zum anderen, weil die Messen der Bevölkerung Kaufimpulse gaben.

Viele ausländische Unternehmen fragen sich, in welche Richtung sich die chinesische Blumenindustrie entwickelt wird. Die Blumenindustrie und die Wirtschaft Chinas insgesamt zeigen keine Anzeichen von Schwäche, im Gegenteil. Die chinesische Regierung sorgt sich eher um ein zu starkes Aufheizen der Konjunktur als um eine Flaute. Die Gartenbauindustrie Chinas ist direkt mit der allgemeinen Wirtschaft verbunden und wird aus den oben genannten Gründen in der nächsten Zeit vermutlich noch stärker wachsen als die gesamte Wirtschaft.

Hinzu kommt, dass die steigenden Einkünfte der Stadt- und Landbevölkerung zu einem höheren Anteil frei verfügbaren Einkommens führen. Sie haben den Privatkonsum in bisher ungeahnte Höhen getrieben. 2004 überstieg das Gesamtvolumen des privaten Konsums in China erstmals den der USA.

Das Interesse an Blumen und Pflanzen in China als Geschenk und für den persönlichen Raumschmuck nimmt ständig zu. Steigende Einkommen und das Interesse an Blumen lassen den privaten Blumenverbrauch zu einem entscheidenden Faktor des gesamten Blumenverbrauchs werden, neben dem Verbrauch der öffentlichen Haushalte.

Wer an diesem Wachstum teilhaben will, so sieht es jedenfalls Thomas, sollte die Chancen nicht verpassen, sich und seine Produkte im chinesischen Markt zu zeigen. Eine der besten Gelegenheiten sei der Besuch der Hortiflor Expo 2006 in Peking. Diese Messe findet im ständigen Wechsel zwischen Peking und Shanghai statt. Sie verzeichnet ein ständig wachsendes Interesse.

Daran nicht ganz unschuldig ist die Tatsache, dass 2008 in Peking die Olympischen Spiele und 2010 die Weltausstellung in Shanghai stattfinden. Beide Großereignisse werden nach chinesischen Schätzungen mehrere 100 Millionen Blumen und Pflanzen benötigen, um die Stadtbezirke zu verschönern und auszuschmücken.

Informationen zur Hortiflor Expo sind unter www.hortiflorexpo.com zu finden. Für nähere Auskünfte steht auch Frau Chen Xin von der Ausstellungsorganisation (Chenxin@chgie.com) zur Verfügung.