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IPM: Hitze, Wasserknappheit und Öko-Bewusstsein

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Im Januar steht in Essen die 38. Internationale Pflanzenmesse (IPM) an. Vom 28. bis 31. Januar 2020 zeigen bei der Weltleitmesse für den Gartenbau über 1.500 Aussteller aus rund 50 Nationen ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette der Pflanzenproduktion. Dabei stehen Klima und Nachhaltigkeit als neue Chance für den Gartenbau ganz oben auf der Agenda.

Die Themen Klimawandel, Hitze und Nachhaltigkeit werden die IPM 2020 deutlich prägen. Foto: Alex Muchnik / MESSE ESSEN GmbH

Messeprogramm greift Klimaproblematik auf

2018 stand ganz im Zeichen der Jahrhundertdürre und auch in diesem Sommer wurden erneut Temperaturrekorde gemessen. In Lingen wurden Ende Juli gar 42,6 Grad Celsius gemessen, was den absoluten Rekordwert seit Anbeginn der Temperaturmessung in Deutschland darstellte. All diese Extreme sind Bedingungen, mit denen nicht nur der Mensch, sondern auch Bäume und Pflanzen ganz besonders klarkommen müssen, was für viele Arten nur schwer zu bewältigen sei. Auch die Grüne Branche ist hier gefragt und müsse laut IPM-Meldung darauf reagieren, etwa mit Pflanzen, die in der Lage sind Wasser zu speichern, wie Sedum und Saxifraga. Dementsprechend greifen zahlreiche Aussteller genau diese Themen Hitze, Wasserknappheit und ein stärker werdendes Öko-Bewusstsein auf.

Gute Bedingungen für erfolgreichen Absatz von Pflanzen

Die generellen Absatzbedingungen für Pflanzen und Blumen sei laut IPM-Meldung so gut wie selten. Seit 2017 verzeichne die Branche eine Renaissance und kann steigende Stückzahlen, sowie steigende Durchschnittspreise verzeichnen. 2018 beispielsweise setzte RoyalFlora Holland insgesamt 8,7 Millionen Euro um und verzeichnete auch im ersten Halbjahr 2019 gute Geschäfte. Eine große Rolle spielen demnach auch die verschiedenen Social Media Plattformen, die das Image der schicken Zimmerpflanze pflegen. Einige Influencer haben ihren Besuch auf der IPM bereits angekündigt. Doch nicht nur in den Wohnzimmern wird der Ruf nach mehr Grün immer lauter, auch in Städten und Kommunen ist die Sehnsucht nach mehr Grün angekommen. Brachliegende Industriedenkmäler weichen urbanen Gärten, Balkone und Dächer werden bepflanzt und Schottergärten renaturiert, zum Beispiel durch eine Wildblumenwiese für gefährdete Bienen. Das Thema Nachhaltigkeit hat also die gesamte Branche erreicht, was die Programmpunkte und einzelnen Präsentationen auf der IPM zeigen werden.

Fachleute raten zu heimischen Arten

Welche Bäume den veränderten klimatischen Bedingungen standhalten, das weiß die Stiftung „Die grüne Stadt“, die dazu für die kommende IPM spezielle Info-Rundgänge plant. Baumschulen verzeichneten gerade vor diesem Hintergrund zuletzt gute Zahlen bei der Vermarktung von Gehölzen. In Stadt und Garten waren zum Beispiel Feldahorn und Platane sehr gefragt. In der freien Landschaft rieten die Fachleute zum Beispiel zu Kastanien. Silberlinden finden sich besonders gut mit den Auswirkungen des Klimawandels ab und wurden deswegen ebenfalls empfohlen. Kampagnen wie die große Baumpflanzaktion #einheitsbuddeln, die von der Kieler Landesregierung zum Tag der deutschen Einheit ins Leben gerufen wurde, zeigt, welchen Stellenwert Bäumen mittlerweile zugesprochen wird. Menschen im ganzen Land griffen zur Schaufel und pflanzten insgesamt 110.000 Bäume. Der Bund Deutscher Baumschulen bietet im Rahmen des grenzüberschreitenden Projekts „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“ ein Seminar zum Thema „Nachhaltigkeit in der Kommune gestalten – Berichte aus der Freiraumplanung“ auf der IPM an. Wo der Weg für die Staatengemeinschaft hingeht, darüber spricht der Europäische Baumschulverband (ENA).

Nachhaltig, ressourcenschonend und geeignet für den Klimawandel

In Comics erzählen Superhelden spannende Geschichten, ein Konzept, auf das auch die IPM im kommenden Jahr setzt. Ausstellern und besonderen Produkten soll somit der Titel Held verliehen werden. Produkten, die durch umweltschonendes Verpackungsmaterial überzeugen, könnte in diesem Zusammenhang zum Beispiel der Titel „Recycling Hero“ verliehen werden. Vor diesem Hintergrund entwickelte das Gladbecker Start-up Junger Spross Anzuchtsets in Papiertüten. Das Unternehmen präsentiert sich auf der IPM auf einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Gemeinschaftsstand. Doch nicht nur Junger Spross wird dort sein, auch WeGrow aus Tönisvorst, das sich derzeit als Spezialist auf dem Gebiet des nachhaltigen Anbaus von schnellwachsenden Kiribäumen etablieren möchte. Die Start-ups zeigen das, was sich auch auf der IPM seit Jahren bereits abzeichnet: Der Trend geht zu Produkten die nachhaltig, ressourcenschonend und geeignet für den Klimawandel sind. Dazu zählen hitze- oder kältetolerante Pflanzen- und Gehölzsorten sowie luftreinigende und leicht zu pflegende Zimmerpflanzen.

Neuheitenschaufenster stellt beste Innovationen vor

Jedes Jahr entwickeln Züchter weltweit neue Varianten. Die meisten Neuheiten sind tatsächlich erst auf der IPM zu sehen. Im vergangenen Jahr waren das mehr als 2.500 Produkte – hauptsächlich Pflanzenzüchtungen. Die besten Innovationen werden jedes Jahr im Rahmen des Neuheitenschaufensters vorgestellt. Treffpunkt ist die Green City in Halle 1A. Top-Floristen präsentieren hier zudem in verschiedenen Shows ihr Können. Die neuen Hallen der Messe Essen sind zum Start der IPM komplett modernisiert und bieten dafür die perfekte Kulisse.