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Neuartiges Freilandlabor für Bäume

Ein neuartiges Freilandlabor für Bäume, mit dem sich künftige klimatische Bedingungen simulieren lassen, hat das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) in Eberswalde eingeweiht. Dieses neue Freiland-Trockenlabor „Drylab“ ist am Institut für Waldökologie und Waldinventuren angesiedelt.

Mit dem 200.000 Euro teuren Experimentallabor soll sich unter Freilandbedingungen untersuchen lassen, wie sich Trockenheit auf junge Waldbäume auswirkt. Damit könnten die Wissenschaftler eine wichtige Auswirkung des Klimawandels – zunehmende Sommertro-ckenheit – simulieren.

Das Drylab ist eine Anlage von acht Bodensäulen mit jeweils zwei Quadratmetern Oberfläche, die mit Bodensubstrat gefüllt und, isoliert vom umgebenden Boden, ebenerdig in das Freiland eingelassen sind. Bis zu drei junge Bäume können pro Bodensäule gepflanzt werden. Mit Hilfe eines verschiebbaren, lichtdurchlässigen Daches lassen sich kontrollierte Trockenheitsbedingungen herstellen. Unter der Erde verbirgt sich jede Menge HighTech: Feuchtigkeitssensoren messen an zahlreichen Punkten den Wassergehalt im Boden. In 64 Röhrchen fahren spezielle Kameras auf und ab, um das Wurzelwachstum sichtbar zu machen. Besonders hiervon erhof- fen sich die Wissenschaftler einen echten Erkenntniszuwachs, denn die Reaktion der Feinwurzeln auf Trockenheit ist bislang wenig erforscht. Für den ersten Versuchsdurchgang wird das Drylab laut vTI mit jungen Rotbuchen aus verschiedenen europäischen Regionen bestückt.

Mit dem Versuch soll getestet werden, welche Buchenherkünfte am besten mit den Klimaverhältnissen der Zukunft zurechtkommen. Gerade junge Bäume hätten eine besondere Aussagekraft, da sie am schnellsten wüchsen, aber auch mit ihrem flachen Wurzelsystem am empfindlichsten seien. Der Versuch ist auf rund fünf Jahre angelegt.