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Schalen befüllen ohne Zusatzsubstrat

Jor-Tray nennt sich eine Neuentwicklung für die Topfpflanzenproduktion, deren Prototyp auf der IPM 2008 am Stand der Schweizer Firma Bachmann Forming AG ausgestellt wird. Mit Pflanzen, die in diesen speziell geformten Trays kultiviert werden, lassen sich die unterschiedlichsten Pflanzengattungen gemischt oder mono in größere Pflanzgefäße setzen, passgenau Ballen an Ballen, ohne Füllsubstrat in die Zwischenräume füllen zu müssen, die stets beim Bepflanzen runder Gefäße mit kleineren runden Ballen entstehen.

Die Idee stammt von Gartenbautechniker Dieter Jordt, Inhaber einer Gärtnerei in Lübeck, in der seit mehr als 75 Jahren blühende Topfpflanzen, Frühjahrsblüher sowie Beet- und Balkonpflanzen (B+B) produziert werden. Mit den Jor-Trays lässt sich die Pflanzenproduktion deutlich rationalisieren, wenn wie beispielsweise im Falle der Gärtnerei Jordt alle Automatisierungsmöglichkeiten durch bauliche Veränderungen im Betrieb ausgeschöpft sind. Dieter Jordt produziert seit einigen Jahren verstärkt Nischenprodukte für einegroßen Gartenmarkt-Kette in Hamburg: Zunächst Sondergrößen von Cornuten, Myosotis oder Bellis als 3er-Tuff im 12er-Topf und Großpflanzen für die späte B+B-Saison ab Juni, später auch die Kombi-Pot nach der Trend-Idee aus Hannover-Ahlem: verschiedenfarbige Pflanzen einer oder verschiedener Gattung/en in nicht zu großen Einzelgefäßen.

Der Tray: Der von Dieter Jordt und der Bachmann Forming AG gemeinsam entwickelte Jor-Tray besteht aus vier Pflanzlöchern in etwa der Form abgerundeter Tortenstücke im 56 x 11,5 Zentimeter großen Tray aus Tiefziehfolie. Das Volumen pro Loch beträgt etwa 650 Milliliter, was in etwa einem zwölf-Zentimeter-Topf entspricht. Die Ballenhöhe liegt letztlich bei 8,5 Zentimeter, vorab neun Zentimeter Füllhöhe. Durch die Materialstärke von 1,0 bis 1,2 Millimeter ist der Topf mehrfach verwendbar.

Anzucht Wegen der unterschiedlichen Ansprüche der verschiedenen Pflanzengattungen lässt sich Qualitätsware am besten durch getrennte Kultur erzielen- möglich durch die neuartigen Trays. Das Mischen in der Anzuchtphase ergibt hingegen selten optimale Ergebnisse.

Durch die Streifenform passen drei Streifen beziehungsweise zwölf Pflanzlöcher in eine Euro-Schale von 60 x 40 Zentimeter. Diese wären von einem Kistenfüller oder manuell befüllbar.

Zum eindimensionalen Rücken können die Einzelstreifen auf der Tischfläche oder Rinne mit Abstand abgestellt werden, dank Bodenlochung werden sie dort auch bewässert. Zum Rücken in der zweiten Dimension wäre dann das Entnehmen jeder zweiten Einzelpflanze nötig, dies dürfte bei der ausreichend kurzen Kulturzeit bei den verwendeten Kulturen aber entfallen.

Zudem erfolgt die Ausrichtung der Einzelgefäße im Streifen mit 90 Grad Versatz. Somit kann die Wuchsrichtung schon für die zu erwartende Verwendung optimiert werden. Die Innenseiten werden stärker beschnitten als die spätere „Schokoladenseite“.

In die Außengefäße werden die Pflanzen erst kurz vor der Vermarktung gesetzt – ohne Zusatzsubstrat. Der aufwändige Topfvorgang entfällt, ein wichtiger Einspareffekt in der ohnehin arbeitsintensiven Saison. Das Herausheben aus dem Tray erfolgt mittels der 20 Millimeter großen Ausdrücklöcher im Boden.

Die durch Durchwurzelung geformten Ballen lassen sich variabel weiterverarbeiten. Drei passen in ein 18-Zentimeter-Gefäß, bündig, ohne Füllsubstrat, notfalls auch in den Billig-Flechtkorb aus China, der in der Primelsaison oft verwendet wird.

Vier Ballen passen in ein Gefäß mit etwa 21 Zentimeter Durchmesser, auch in einen China-Korb. In der Mitte ist zusätzlich Raum für einen sieben-Zentimeter-Topfballen. Fünf Ballen ergeben eine 25-Zentimeter-Schale, in der Mitte bleibt Luft für einen zehn Zentimeter-Topfballen. Bei höheren Töpfen muss ein Unterbau aus Substrat eingebaut werden.

Kontakt: Bachmann Forming AG, An der Ron 4, CH-6280 Hochdorf

Tel.: 0041-41 9147 200, E-Mail: d.jordt@t-online.de, Internet: www.bachmann-forming.ch.