Messen

Sturm "Kyrill" und die Auswirkungen

Mit Windgeschwindigkeiten von zeitweise mehr als 200 Stundenkilometern, gemessen auf der nahe gelegenen Wetterstation Kahler Asten, ist das Sturmtief namens "Kyrill" am 18. Januar 2007 über das Sauerland hinweggefegt und hat Buchen und andere Waldbäume ebenso umgehauen wie die 50 bis 70 Jahre alten Fichtenbestände. Zurück blieben rund 25000 Hektar Waldbruchfläche, etwa zehn bis zwölf Prozent der gesamten Waldfläche des Sauerlandes. 300 Hektar umfasst die größte zusammenhängende Windwurffläche im Sauerland. Von den insgesamt 14 Millionen umgelegten Festmetern seien bis Anfang Juli erst 3,5 Millionen aufgearbeitet worden. Der Holzpreis, der sich gerade einigermaßen erholt hatte, sank von 78 Euro auf 55 bis 50 Euro. Abzüglich der Aufarbeitungskosten von 15 bis 25 Euro blieben den Waldbauern noch 30 bis 35 Euro Reinertrag pro Festmeter, rechnete Georg Feldmann-Schütte vor. Er ist selbst betroffen, konnte durch rasches Handeln aber noch einigermaßen gute Preise für sein Holz erzielen

Bis die ungeheuren Holzmengen vermarktet sind, müssen sie gelagert werden. Neben der üblichen Nasslagerungen als Schutz vor dem Borkenkäfer wird stellenweise auch die aus Finnland stammende Trockenlagerung praktiziert. Dabei sind die Holzstapel komplett von einer wasserdichten dunklen Plane eingehüllt. Belüftet wird nur durch den offenen Boden. Die Feuchtigkeit im Holzpolter steigt unter der perforierten Folie auf und tropft zurück auf die Fichtenstämme. Das Folienlager muss ständig auf Dichtigkeit kontrolliert werden, denn bei Lufteintritt besteht die Gefahr von Qualitätseinbußen beim Holz. Im Moment hätten die Sauerländer "Fläche satt" für den Weihnachtsbaum-Anbau, davor war sie eher knapp. Restriktive Entwicklungen in Bezug auf diese Sonderkulturen sind gegenwärtig von der schwarz-gelben Regierung nicht zu erwarten, allerdings gebe es auch keine direkte Förderung oder Zuschüsse für die Aufforstung aus Nordrhein-Westfalen, erläuterte Feldmann-Schütte die Situation.