Interview: Gartenschauen sind immer auch Werbung

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BGM-Geschäftsführer Herbert Kettermann inmitten des IGA-Beitrags des Blumengroßmarkts Dortmund. Foto: DBG

Der Blumengroßmarkt (BGM) Dortmund gehört zu den Ausstellern der jüngsten Hallenschau der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Berlin – und wurde für seinen umfangreichen Beitrag zum Thema „Mittsommerfarben“ gleich mehrfach ausgezeichnet. Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) sprach mit BGM-Geschäftsführer Herbert Kettermann.

Ist dies Ihre erste Teilnahme an einer Gartenschau?

Wir haben schon in Koblenz auf der BUGA 2011 Erfahrung als Aussteller sammeln können. Auch auf der igs hamburg 2013 waren wir mit unseren Großmarktanbietern in einer Hallenschau vertreten. Außer auf den Bundesgartenschauen haben wir auch auf Landesgartenschauen wie in Hemer und aktuell in Bad Lippspringe mitgemacht. Sie sehen: wir sind Wiederholungstäter aus Überzeugung.

Eine BUGA, LAGA oder IGA schärft den Blick der Endkunden für die regionale Produktqualität. Und so ist das Ausstellen auch immer Werbung – schön, wenn das noch wie im Fall der IGA Berlin mit dem Gewinn einer Großen Goldmedaille verbunden ist und auch noch ein Ehrenpreis dazukam. Die Medaillen und Urkunden werben nach innen: Sie hängen bei uns im Foyer des Großmarktes. Und natürlich senden wir stets einen Bericht an unser Marktblatt, das unsere erfolgreiche Teilnahme am gärtnerischen Wettbewerb veröffentlicht.

Wo liegen die Schwerpunkte, was sind die Alleinstellungsmerkmale vom Großmarkt Dortmund?

Sicher ist unsere Ware als regionale Ware mit besonderer Frische dank kurzer Vertriebswege ein Markenzeichen. Wir agieren auch unter dem Werbeclaim „Ich bin von HIER!“. Hier steht der Gärtner für sein Produkt vor Ort, eben persönlich auf dem Großmarkt ein.

Die Historie des Großmarktes – 1956 in seiner heutigen Form gegründet – verbindet sich mit der Historie der Aussteller: Zum Beispiel konnte in diesem Jahr die Gärtnerei Tewes/Langenhorst aus Hamm ihr 200-jähriges Bestehen feiern. Hinter unseren Ausstellern steckt eine lange Tradition und damit auch Erfahrung, die von Generation zu Generation in den Gärtnereien weitergegeben wird.

In der persönlichen Beziehung, die sich zwischen einem Anbieter der Großmarkthalle und dem Einkäufer eines privat geführten Gartencenters oder einem Floristen entwickeln kann, liegt auch eine viel Schnellere und – was die Ware angeht – zuverlässigere Saisonnachsteuerung als über Online-Anbieter. Wir sind als Anbieter unseren Kunden für ein breites Sortiment und für ausgefallene Ware bekannt. Außer dem Lebendgrün bieten wir auch Floristenbedarf und Werkzeuge, Materialien, Düngemittel, eben für den Gartenbau an. Und für Mittelständler nicht zu unterschätzen: In der Großmarkthalle trifft man sich auch zum fachlichen Austausch – auch das ist wichtig.

Wie läuft die Logistik ab – zum Beispiel in der Anlieferung hier zur IGA?

Wir arbeiten immer noch gern mit den Pfandpalettinos, die stabil sind und nachhaltig. Das Pfandsystem funktioniert großmarktintern gut. Man kann in diesen Pfandpalettinos sogar kultivieren. Man sagt, dass sie zehn bis zwölf Umläufe halten. Aber unsere Erfahrung ist, dass sie viel länger halten. Wir fahren die Ware teilweise selbst aus. In der Mehrzahl beliefern wir dabei privat geführte Gartencenter, die besondere Qualitäten suchen.

Wie sehen Sie die Zukunft des Großmarktes?

Zugegeben: die Marktposition zu halten wird schwierig sein. Uns brechen die produzierenden Betriebe weg. Da haben es die Großmärkte von Köln und Düsseldorf besser, da sie näher an der Produktion liegen. Aber ich glaube, dass in der Nische, dem Angebot besonderer, rarer, empfindlicher Pflanzen, bestimmter Neuzüchtungen und der Möglichkeit, bei uns die Ware frisch in Augenschein zu nehmen, doch Chancen für die Zukunft liegen.

Und nun noch etwas Persönliches: Wie sieht denn die Freizeit bei Herrn Kettermann aus?

Drei Mal dürfen Sie raten: Ich gehe in den Garten. Eigentlich bin ich Hobbygärtner durch meinen Beruf geworden. Vor dem Start konnte ich eine Tulpe nicht von einer Azalee unterscheiden. Heute kenne ich nur lateinische Namen. Aber im Ernst: Ich liebe Pflanzen und bin jetzt gerade erst wieder richtig aktiv in unsere Gartengestaltung eingestiegen. Im Übrigen fotografiere ich gern – Parks, Gärten, Pflanzen... – und besuche Ausstellungen, wie diese.

 

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