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Michael Michalsky: „Eine Wohnung ohne Pflanzen ist öde“

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Anlässlich der Fashion Week erhielt die TASPO eine Einladung zur „Michalsky StyleNite“ nach Berlin, denn die Erzeugergenossenschaft Landgard ist jüngster Partner für die floralen Arrangements des „neuen deutschen Modepapstes“ Michael Michalsky. Im Vorfeld der Show sprachen wir mit dem Modedesigner über grüne Kreativität und gelbe Sonnenblumen.

Umgibt sich gern mit Blumen und Pflanzen: der „neue deutscher Modepapst“ Michael Michalsky

Herr Michalsky, inwieweit passen Floristik und Modedesign für Sie zusammen?

Das ist für mich eine Symbiose. Das gehört zusammen. Als Designer umgebe ich mich natürlich mit schönen Sachen und Blumen sind für mich sehr wichtig. Ich hole mir ja auch jede Woche Schnittblumen.

Inwieweit sind Pflanzen Inspiration für Sie?

Ich habe mich schon oft von Blumen inspirieren lassen und schon Blumendrucke gemacht. Die Natur ist ja auch der beste Designer. Wenn man Designer ist, ist man im besten Fall Ästhet. Von mir würde ich behaupten, dass ich Ästhet bin und auch von daher finde ich Blumen schön.

Form, Farben und Vielfalt sind in der Pflanzenwelt gigantisch kreativ. Wenn man sich das bewusst macht – welche Bedeutung bekommt dann die eigene Kreativität?

Ich würde mal behaupten, dass ich auch sehr, sehr kreativ bin, denn ich bin ja in verschiedenen Bereichen und nicht nur in der Mode kreativ tätig. Ich habe schon viele Parfüms gelauncht und im Oktober werde ich wieder eins launchen. Und ich mache Interieur. Sie sitzen zum Beispiel gerade auf einem Michalsky Sofa. Aber ich lasse mich von der Natur gern inspirieren.

Wie passen sich Blumen und Pflanzen in Ihre Kollektion ein?

Diese Saison benutze ich einen Pink-Ton, der schon sehr inspiriert ist von pinkfarbenen Orchideen.

Gibt es einen Trend im Bereich Design, Mode oder Interieur, bei dem Blumen und Pflanzen eine Rolle spielen?

Im Bereich Interieur geht ja gar nichts ohne Pflanzen. Ein Haus oder eine Wohnung ohne Pflanzen ist ja das ödeste, was es gibt. Da könnte man ja gleich in einem Labor wohnen.

Sie haben Heliconia, Hortensien und Orchideen für diese Saison gewählt. Warum gerade diese?

Weil sie schön sind. Weil ich sie mag. Ich mag natürlich auch unheimlich gern Lilien, denn die kaufe ich am meisten. Hortensien haben eine tolle Form und Orchideen sind zeitlos schön.

Wann und warum kaufen Sie persönlich Pflanzen und Blumen?

Eigentlich immer jeden Donnerstag und jeden Freitag.

Es gibt bei Ihnen einen festen Kauftermin?

Ja. Weil ich einkalkuliere, wann die verwelken und meine Haushälterin kommt – je nachdem ob ich verreise, also auf Geschäftsreise bin oder nicht. Das ist ganz wichtig – wenn ich in einer Wohnung keine Blumen sehe, ist es einfach viel zu leer.

Es gibt „1000 gute Gründe“, mit Blumen und Pflanzen eine Freude zu bereiten. So lautet ja auch der Titel der Initiative der Erzeugergenossenschaft Landgard. Welchen Grund würden Sie als erstes nennen?

Also, am besten kauft man Blumen für sich selber. Natürlich finde ich auch schön, wenn man Blumen geschenkt bekommt. Dann besteht aber die Gefahr, dass das Blumen sind, die man vielleicht gar nicht so gern mag. Ich bin nicht so ein Fan von gelben Blumen, ich liebe weiß und finde pink ganz toll. Auch orange-rote Töne finde ich gut. Was ich gar nicht mag, sind Sonnenblumen – ich weiß aber nicht warum. Wenn man so etwas geschenkt bekommt, sollte man sich aber trotzdem freuen. Und natürlich, wenn man verliebt ist, denn dann kann man sich Blumen schicken.

Blumen haben ein klares Zeitfenster des Lebens. Was bedeutet Zeit für Sie?

Zeit bedeutet für mich, dass es ein kostbares Gut ist. Und nicht, weil ich sehr viele Dinge in einem engen Zeitrahmen erledigen muss, sondern weil ich sehr gern lebe und das Leben toll finde.

Seit 2009 sind Sie laut Vogue „neuer deutscher Modepapst“. Was ist Ihnen heilig?

Persönliche Freiheit ist mir heilig! Und dass jeder so sein kann, wie er möchte.