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Bio-Unternehmen wehren sich gegen Ferntransport

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Gegen den Ferntransport von Pendimetahlin und Prosulfocarb: In einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und das Bundesamt für Verbrauer fordert ein Bündnis aus Bio-Unternehmen wirksamen Schutz gegen weit verfrachtete Pestizide.

Bio-Unternehmen fordern Sofortmaßnahmen gegen den Ferntransport der Pestizide Pendimethalin und Prosulfocarb. Foto: Fotolia B Wylezich

Namhafte Bio-Unternehmen schicken offenen Brief gegen Ferntransport

Für den offenen Brief – den Sie HIER downloaden können – zeichnen namhafte Firmen wie Weleda, Herbaria, Salus und Sonnentor verantwortlich.  Sie kritisieren, dass der Bio-Anbau durch den Ferntransport von chemischen Pflanzenschutzmitteln belastet wird. In der Folge können Bio-Bauern nicht wie geplant oder gar nicht vermarkten. Zudem tragen die Produktionsbetriebe den gesamten finanziellen Schaden, da nicht ermittelt werden kann, wer die Verunreinigung der Pflanzen verursacht hat.

„Wir Landwirte bleiben auf dem Schaden durch Pestizid-Ferntransport sitzen, den andere verursachen. Wir fordern von Minister Schmidt und dem BVL als Zulassungsbehörde Sofortmaßnahmen, die den Ferntransport von Pestiziden einschränken“, sagt Stefan Palme vom Gut Wilmersdorf stellvertretend für die geschädigten Landwirte.

Pendimethalin und Prosulfocarb belasten Bio-Ernte

Seine Ernte ist seit Jahren durch Rückstände von Pendimetahlin und Prosulfocarb belastet, ohne das der Landwirt sie selbst angewendet hätte. In Kulturen wie Körnerfenchel, Grünkohl, Dill und Petersilie kommt es regelmäßig zu hohen Belastungen, die über dem Grenzwert der Diätverordnung für Babynahrung liegen (maximal 0,01 mg/kg für jeden Wirkstoff), wie Bioland berichtet. Das BVL hat diesen Vorwurf bereits zurückgewiesen und die Schadstoffgrenze negiert.

Für die Bio-Erzeuger bedeutet der Ferntransport bis zu 100.000 Euro Schaden. Viele müssen sich auf andere Produkte spezialisieren. „Es kann nicht sein, dass deutsche Bio-Bauern den Anbau bestimmter Kulturen einstellen müssen, weil die Behörden bei der Zulassung von Pestiziden versagen“, sagt Erwin Winkler, Geschäftsführer von Herbaria.

Bio-Unternehmen fordern Sofortmaßnahmen

Folgende Sofortmaßnahmen schweben dem Bündnis der Bio-Unternehmer vor, um die Anwendung von Pendimethalin und Prosulfocarb deutlich zu reduzieren:

  • Verbot der Anwendung in Flächenkulturen wie Getreide, wo alternative Herbizide mit geringerer Neigung zum Ferntransport zur Verfügung stehen
  • Verpflichtung der Zulassungsinhaber zur Kapselformulierung
  • Wirksame Anwendungsbestimmungen zur Abdriftverminderung (auch unter Berücksichtigung der Grundproblematik des erhöhten Dampfdruckes und der leichten Verflüchtigung nach der Ausbringung)
  • Einführung eines umfassenden staatlichen Monitorings von Pestizidwirkstoffen in der Luft