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Glyphosat: BfR wehrt sich gegen „Panikmache“

Berichte über Glyphosat-Spuren in Bier, in der Muttermilch oder im Urin können Verbraucher schnell verunsichern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) macht daher Umweltschutzverbänden und Politikern der Grünen jetzt den Vorwurf, gezielt angsteinflößende Fehlinformationen über das Herbizid Glyphosat zu verbreiten.

BfR: Glyphosat so tödlich wie Kochsalz

„Das Gerede von der angeblich glyphosatverseuchten Muttermilch ist Panikmache“, wird BfR-Präsident Andreas Hensel dazu im Spiegel zitiert. Selbst nach 40 Jahren der Anwendung in der Landwirtschaft gebe es keine ernstzunehmenden Hinweise auf schädliche Nebenwirkungen des Herbizids, so Hensel. Vielmehr sei die tödliche Dosis von Glyphosat mit der von gewöhnlichem Kochsalz vergleichbar, argumentiert das BfR Medienberichten zufolge.

Auch die im menschlichen Urin nachgewiesenen Rückstände des Pflanzenschutzmittels würden keinen Anlass zur Sorge geben. Vielmehr sei es „doch gut, wenn der Urintest zeigt, dass das Glyphosat unverändert durch den Körper geht, anstatt zu akkumulieren“, also sich anzusammeln, so die Meinung des BfR. Entsprechend hatte das BfR Glyphosat in seiner Bewertung als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Dieser Einschätzung hatte sich die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) angeschlossen.

EU-Ausschuss will Zulassungsverfahren für Glyphosat Ende dieser Woche erneut diskutieren

Dennoch hatte die EU-Kommission in der vergangenen Woche überraschend die Entscheidung über eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung vertagt, da sich weder für die Verlängerung noch für ein Verbot eine qualifizierte Mehrheit der EU-Mitglieder abgezeichnet hatte. Widerstand hatten unter anderem Frankreich, Schweden und Italien signalisiert.

Medienberichten zufolge will der für die weitere Zulassung von Glyphosat zuständige Ausschuss der EU-Kommission diesen Freitag erneut in Brüssel zusammentreffen. Wie es heißt, können die Mitgliedstaaten bis dahin neue Vorschläge abgeben, wie das Zulassungsverfahren fortgesetzt werden soll. Eine endgültige Entscheidung soll dann Mitte Mai fallen.

Monsanto sieht Abstimmung über Glyphosat gelassen entgegen

Monsanto, Hersteller von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln wie Roundup, sieht der erneuten Abstimmung auf EU-Ebene derweil gelassen entgegen. „Wir gehen davon aus, dass der Prozess in den kommenden Wochen fortgesetzt wird und dass eine Abstimmung der Mitgliedsstaaten zur Erneuerung der Wirkstoffgenehmigung in angemessener Zeit stattfinden wird, sodass Glyphosat auch nach dem Auslaufen der aktuellen Zulassung Ende Juni 2016 zur Verfügung stehen wird“, so das offizielle Statement des Unternehmens.