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Download: Anforderungen an Innen-Spielplätze im Gartencenter

Zum Beitrag „Spielplätze in Gartencentern“ im TASPO GartenMarkt 1/2012 finden Sie die im Text  gekürzt wiedergegebenen Passagen zu Auflagen und Anforderungen hier in voller Länge.

Die Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes gibt den Rahmen für die Erstellung und Unterhaltung eines Spielplatzes vor. Grundsätzlich hat der Spielplatzträger die Gesamtverantwortung für die Sicherheit des Spielplatzes. Er muss seiner Verkehrssicherungspflicht nachkommen, das heißt die technische Sicherheit der Anlage mit allen Einrichtungen gewährleisten.

Öffentlich zugängliche Spielplätze und -geräte müssen seit 1998 den europäischen Normen DIN EN 1176 „Spielplatzgeräte“ und DIN EN 1177 „Stoßdämpfende Spielplatzböden“ entsprechen. Die Hersteller von Spielgeräten haben die Vorgaben dieser Normen zu beachten.

Sie sind dazu verpflichtet, die Spielplatzgeräte, die sie ausliefern, nach dem aktuellen Stand der Technik, das heißt der zum Zeitpunkt der Auslieferung gültige Fassung der Spielgeräte-Norm zu fertigen. Falls die Geräte nicht der Norm entsprechen, liegt die Verantwortung beim Spielgeräte-Hersteller.

Die Hersteller sind ebenfalls zur Kennzeichnung der Geräte verpflichtet. So müssen auf einem Gerät Name und Adresse des Herstellers, Nummer und Datum der EN Norm, das Gerätekennzeichen und das Herstellungsjahr angegeben sein. Die Normen sind zudem ein Maßstab dafür, welche Vorkehrungen grundsätzlich beim Bau und Betrieb eines Spielplatzes zu berücksichtigen sind.

Sie bestimmen Inhalt und Umfang der Verkehrssicherungspflichten, da sie einen Hinweis auf den Stand der für die betreffenden Kreise geltenden anerkannten Regeln der Technik geben. Damit ist der Betreiber letztendlich nach § 823 BGB schadenersatzpflichtig, wenn er gegen eine dieser Normen verstoßen hat. Das ist unabhängig von Größe und Standort der Anlagen.

Auch der Einbau der Spielplatzgeräte muss nach den Vorgaben der DIN EN 1176 erfolgen. Hierfür trägt derjenige beziehungsweise die Firma die Verantwortung, die die Montagearbeiten durchführt.

Übrigens: Das GS-Prüfzeichen auf Geräten bedeutet „Geprüfte Sicherheit“. Es darf an Geräten nur verwendet werden, wenn diese von einer anerkannten Prüfstelle, etwa dem TÜV abgenommen wurden.

Fallschutz
In der DIN EN 1177 „Stoßdämpfende Spielplatzböden“ sind unter anderem die Bodenarten in Abhängigkeit von den zulässigen freien Fallhöhen festgelegt. Demnach beträgt beispielsweise die zulässige Fallhöhe für Beton/Stein und Bitumen 60 Zentimeter.

Ab 1,50 Meter Fallhöhe sind Bodenmaterialien mit stoßdämpfenden Eigenschaften zu verwenden. Herkömmliche Fallschutzböden sind hauptsächlich für Außenflächen konzipiert. Das bereitet vor allem bei der Bodenreinigung im Innenbereich Probleme, denn sie haben meist eine sehr porige Oberflächenstruktur.

Mit „playfix indoor“ hat BSW (Bad Berleburg) ein Bodensystem entwickelt, das sämtliche Fallschutzanforderungen erfüllt und außerdem eine homogene, leicht zu reinigende, poren- und fugenlose Nutzschicht besitzt. Das Produkt ist äußerst strapazierfähig und laut Herstellerangaben selbst nach Jahrzehnten noch voll funktionsfähig.

Das Material besteht aus Softplatten, die mit einer flüssigen, schnell aushärtenden Polyurethan(PUR)-Oberfläche versiegelt werden. Da die Oberfläche auf der Grundlage des BSW-Bodenprogramms für Sporthallenböden entwickelt wurde, ist sie extrem widerstandsfähig und langlebig, außerdem rutschfest und in insgesamt 17 Farben erhältlich.

Außerdem lassen sich leicht Beschriftungen, Linierungen und Symbole mit ebenso dauerhafter PUR-Farbe aufbringen. Schritte, Sprünge und Ballgeräusche werden zudem effektiv gedämpft.

Wartung und Inspektion
Da jedes Spielgerät durch Bespielen und sonstige Einflüsse dem Verschleiß unterliegt, lässt sich die dauerhafte Sicherheit nur durch eine regelmäßige und sachkundige Inspektion, Wartung und Pflege gewährleisten. 

Mit dem Betrieb von Spielplätzen kommen auf den Betreiber also auch Pflichten in Bezug auf die Inspektion und Wartung der Spielplatzgeräte zu (DIN EN 1176–7). Grundsätzlich sind folgende Aufgabenstellungen für Spielgeräte zu unterscheiden: die Sicht- und Funktionskontrolle, die Verschleiß- und Stabilitätskontrolle sowie die jährliche Hauptuntersuchung durch einen Sachkundigen.

Werden Mängel festgestellt, die die Sicherheit gefährden, sollten diese sofort beseitigt werden. Ist das nicht möglich, kann das Gerät nur noch eingeschränkt genutzt werden oder ist zu sperren beziehungsweise zu entfernen. Bestimmte Reparaturen – wie das Schweißen von Konstruktionsteilen – dürfen übrigens nur Fachleute durchführen.

Qualifizierte Spielplatzprüfer
„Qualifizierte Spielplatzprüfer“ überprüfen mittlerweile bundesweit die Sicherheit auf Kinderspielplätzen. Die Experten haben eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine mindestens zweijährige Spielplatzgeräte-bezogene Tätigkeit (etwa Installation, operative Inspektion, Wartung und Betrieb) ausgeübt und zusätzlich eine Schulung und Prüfung mit entsprechendem Abschluss nach DIN SPEC 79161 absolviert. 

Im praktischen Teil der Prüfung geht es vor allem um die richtige Anwendung von sogenannten Prüfkörpern. Mit diesen Prüfkörpern und einer speziellen Stellwand simulieren die Prüfer, ob Kinder mit Körperteilen oder Kleidung in irgendwelchen Ritzen, Öffnungen oder an Kanten von Spielgeräten hängen bleiben können. Als Prüfungsaufgabe müssen sie dabei die potenziellen Gefahrenpunkte präzise lokalisieren.

(zusammengestellt von Gerlinde Witt)