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Downloads: Bald negative Zinsen bei zehnjährigen Bundesanleihen?

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Negative Zinsen bei zehnjährigen Bundesanleihen hat es bislang noch nicht gegeben. Doch rechnen die meisten Marktteilnehmer damit auf absehbare Zeit, denn gegen die Feuerkraft der Europäischen Zentralbank ist so schnell nichts auszurichten. Ihre Anleihekäufe von 60 Milliarden Euro im Monat, davon rund zehn Milliarden Euro für Bundesanleihen, lassen daran keinen Zweifel aufkommen. 

Bei Bundesanleihen könnte es bald negative Zinsen geben. Foto: Aamon/Fotolia

Neuemissionen bremsen Investitionsneigung

Blickt man auf die Neuemissionen der vergangenen Tage, so besteht wenig Neigung, in zinstragende Papiere zu investieren. Ein Beispiel liefert die im Januar 2017 fällig werdende Anleihe von Hamburg, die mit null Prozent verzinst wird. Die Hansestadt kann sich also für 21 Monate zum Nulltarif 400 Millionen Euro borgen.

Das Bundesland Hessen bietet für eine zehnjährige Anleihe einen Zinskupon von 0,25 Prozent. Das ist mehr als doppelt so viel, wie die zehnjährige Bundesanleihe abwirft. Wer höhere Zinsen will, muss ins Risiko gehen.

Zukünftig günstigere Finanzierungsmöglichkeiten

Diese Binsenweisheit nutzen immer mehr deutsche Unternehmen, um Nachranganleihen zu begeben. Mit diesen dem Eigenkapital nahestehenden Titeln verbessern sie gegenüber Ratingagenturen ihre Bonitätsnote, was in Zukunft am Anleihemarkt und bei Banken günstigere Finanzierungsmöglichkeiten sichert.

Nach dem Pharma- und Chemiekonzern Bayer sowie dem Versorger RWE hat nun auch der Medienkonzern Bertelsmann solche Titel über insgesamt 1,25 Milliarden Euro begeben. Die erste Tranche über 650 Millionen Euro hat einen Kupon von drei Prozent.

Bertelsmann kann diesen Titel erstmals nach acht Jahren kündigen und vorzeitig zurückzahlen. Die zweite Tranche über 600 Millionen Euro kann erstmals nach zwölf Jahren gekündigt werden. Dafür erhält der Anleger einen jährlichen Zins von 3,5 Prozent. (Quelle: Heiner Wurm, Fachbereich Markt, Landwirtschaftskammer NRW)