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NaturRuh: ökologisches Konzept mit Varianten

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Das Konzept NaturRuh des Bunds Deutscher Friedhofsgärtner schreitet voran. Das erste in die Praxis umgesetzte NaturRuh-Areal wurde vor kurzem in Gelsenkirchen eröffnet, initiiert und gestaltet von der dortigen Friedhofsgärtnerei Seppelfricke. Eine neue Mustergrabanlage nach dem NaturRuh-Konzept ist derzeit auf dem Gelände der Landesgartenschau in Bad Iburg zu bewundern.

Musteranlage auf der Landesgartenschau Bad Iburg: NaturRuh-Areale sollen die ökologische Bedeutung von Friedhöfen erhöhen. Bestattungen darin sind an einen Dauergrabpflegevertrag geknüpft. Foto: Landesgartenschau Bad Iburg

Diese beiden neuen Anlagen machen sehr anschaulich sichtbar, welche Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten das Konzept NaturRuh bietet: In der Bad Iburger Anlage wurden ebenso wie in der auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Berlin 2017 vorgestellten ersten Musteranlage die Pflanzen der einzelnen Mischungen bewusst gemixt gesetzt.

Geschmäcker variieren regional

In Gelsenkirchen hat Friedhofsgärtner Seppelfricke die einzelnen Pflanzenarten dagegen sortiert gruppiert – zudem mehr „Accessoires“ wie Futterstellen, Insektenhotel und Igelversteck integriert. „Wir wollen schauen, wie die unterschiedlichen Varianten bei den Leuten ankommen“, erläutert Birgit Ehlers-Ascherfeld, Vorsitzende des Bunds Deutscher Friedhofsgärtner (BdF) und Initiatorin des Konzeptes.

Je nachdem, in welcher Region eine solche Anlage entstehe, seien die Geschmäcker da vermutlich sehr unterschiedlich. Eine NaturRuh-Anlage auf einem traditionellen Dorffriedhof werde unter Umständen mehr Struktur benötigen als eine in einer Öko-Region, die mehr auf den Naturcharakter der Gestaltung Wert legt.  

Neue Staudenmischungen für NaturRuh-Konzept ausprobiert

„In Bad Iburg haben wir neue, völlig unterschiedliche Staudenmischungen ausprobiert“, sagt Ehlers-Ascherfeld. Da findet sich zum einen der „Veitshöchheimer Rubinsaum – Typ NaturRuh“, der, wie der Name schon verrät, viele in Rottönen blühende oder rotblättrige Pflanzen wie Paeonien, Heuchera, Bergenien und Violen enthält. 

„Leisere“ Farbtöne zeigt daneben die Mischung „Schattengeflüster“. Eine gelbblühende Mischung, bisher in der Testphase als „Mischung 6“ bezeichnet, heißt nun „Weinheimer Gold-NaturRuh“ und stammt von Prof. Cassian Schmidt, Vorsitzendem des Arbeitskreises Pflanzenverwendung des Bunds deutscher Staudengärtner: Sie findet sich ebenfalls in Bad Iburg und fällt durch ihre ungewöhnliche Zusammenstellung mit Corydalis lutea, Luzula und Waldsteinia auf.

 

Liste der bisher entwickelten Mischungen

Mittlerweile sind – in Zusammenarbeit von Friedhofs- und Staudengärtnern – mehr als sieben Staudenmischungen für das NaturRuh-Konzept entwickelt worden. Alle sind bei renommierten Staudengärtnern erhältlich. Eine Liste der bislang entwickelten Mischungen können Sie hier als PDF downloaden.

 

Mehr zum NaturRuh-Konzept und den Anlagen in Gelsenkirchen und Bad Iburg lesen Sie in der Friedhofskultur 7/2018, die am 2. Juli erschienen ist.