Pflanzenschutz

Agrarchemie: Markt unter Druck

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Die Absätze für Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel sind weiter auf dem absteigenden Ast, wie der Industrieverband Agrar (IVA) meldet. Damit schrumpft der Pflanzenschutzmarkt bereits im dritten Jahr in Folge.

Auch der Start in das Verkaufsjahr 2018 verspricht keine positive Trendwende für die sinkenden Absätze im Pflanzenschutzmittelmarkt. Foto: Pixabay

Absatz von Pflanzenschutzmitteln weiter rückläufig

Die Umsätze der Verbandsmitglieder sanken nach Angaben des IVA 2017 um 300 Millionen Euro. 2016 hatten die Unternehmen noch 1,415 Milliarden Euro mit Pflanzenschutzmitteln erwirtschaftet. Auch der Start in das Verkaufsjahr 2018 verspreche keine Hoffnung auf eine Trendwende, heißt es in einer Verbandsmitteilung.

„Die Ursachen für die Marktrückgänge sind vielfältig. Faktoren wie Krankheitsbefall, Schädlingsdruck, Witterung und die Preisentwicklung spielen eine wichtige Rolle. Landwirte handeln als Unternehmer und setzen Pflanzenschutz- und Düngemittel je nach Befall und Bestandsführung ökonomisch rational ein“, sagte IVA-Präsident Dr. Helmut Schramm: „Die Entwicklung der vergangenen Jahre widerlegt jene, die Forderungen nach drastischen Reduktionsprogrammen mit der Behauptung begründen, Landwirte setzten immer mehr Pflanzenschutzmittel ein. Die Fakten sprechen eine andere Sprache.“

Stickstoffdünger weniger gefragt

Auch der Absatz von Stickstoffdüngern gestaltet sich um 3,1 Prozent rückläufig. In der Düngesaison 2016/2017 hatte die verkaufte Menge noch bei 1.71 Millionen Tonnen gelegen.

Deutlich zurückgegangen ist gegenüber der Vorsaison auch die abgesetzte Phosphat-Menge von 288.000 auf 231.000 Tonnen. Erhöht haben sich gegenüber der Vorsaison die Absätze an Kali (430.000 Tonnen, plus acht  Prozent) und Kalkdüngern (2,67 Mio. Tonnen, plus 10 Prozent). Damit konnten die letztjährigen Rückgänge weitgehend wettgemacht werden.
 
„Insbesondere die Witterungsbedingungen haben den Absatz von stickstoffhaltigen Düngern beeinflusst“, so bewertet Ulrich Foth, Vorsitzender des IVA-Fachbereichs Pflanzenernährung, die Entwicklung des Markts für Mineraldünger im vergangenen Düngejahr. „Interessant ist, dass die Landwirte zunehmend auf Produkte mit passgenauen Eigenschaften, wie schwefelhaltige Dünger, setzen, um die Nährstoff-effizienz zu verbessern. Dieser Trend wird sich durch die verschärften Vorgaben der Düngeverordnung verstärken. Unsere Branche bietet den Landwirten zahlreiche Produkte und Services, um bedarfsgenau und mit so wenig Nährstoffverlusten wie möglich zu düngen.“

Digitalisierung: IVA – „Wir sehen große Chancen“

Weiteres Augenmerk für den IVA bleibt die Digitalisierung. Denn sie wird das Geschäftsmodell der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln und Mineraldüngern verändern. IVA-Präsident Schramm betonte, dass der IVA diesen Veränderungsprozess aktiv mitgestalten will: „Wir sehen große Chancen, die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft zu steigern. Im Pflanzenbau können wir dem Landwirt wichtige Entscheidungsgrundlagen an die Hand geben, etwa zur detaillierten Nährstoffversorgung seiner Böden oder zu gezielten Behandlungsmöglichkeiten seiner Kulturen. Und wenn Pflanzenschutz- und Düngemittel durch intelligente Ausbringungstechnik zielgerichteter und effizienter eingesetzt werden, schafft das ökologische und ökonomische Vorteile.“