Pflanzenschutz

ALB hält München in Atem

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Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) beschäftigt nun auch die Privatgrundbesitzer in München. Denn der Problemschädling nimmt das Stadtgebiet nun wörtlich in seine Zangen. In Waldperlach wurde eine lebende Larve entdeckt. Demnach müssen nun auch Rodungen auf Münchner Privatgrund stattfinden. Für den Problemschädling gibt es bisher keine direkte Bekämpfungsmöglichkeit. EU und Staat ordnen bei Befall eine Rodung im Umkreis von 100 Metern an. Natürliche Feinde wie der Specht oder die Schlupfwespe können dem Käfer nicht völlig beikommen.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer hat das Münchner Stadtgebiet bereits 400 Bäume gekostet. Foto: LfL

Asiatischer Laubholzbockkäfer: Stadt München zahlt Rodungen

Für die betroffenen Privatgrundbesitzer wichtig: Sie müssen die Rodungen nicht aus eigener Tasche zahlen, denn die Stadt wird Entschädigungen aus dem Topf zahlen, der vom Staat Bayern für die Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers eingerichtet wurde.   

Im Münchner Stadtteil Neubiberg wurden bereits 400 Bäume gefällt, davon 80 mit großer Krone. Bei 60 Gehölzen wurden Spuren des Käfers entdeckt. Manche schon Jahre alt, andere wiederum frisch, wie Süddeutsche und Merkur berichten. Die Landesanstalt für Landwirtschaft fand 22 Larven, 130 Ausbohrlöcher und 2600 Eiablagen.

Bestehende Quarantänezone wird nicht ausgeweitet

Wie der Experte Gerhard Kraus gegenüber der Süddeutschen erklärt, habe sich die Prozentzahl der Bäume mit Befallssymptomen etwas außerhalb des üblichen Rahmens bewegt. Knapp 14 Prozent der Pflanzen wiesen charakteristische Spuren für einen Befall auf. Die bestehende Quarantänezone soll nicht erweitert werden. Waldperlach gehörte schon zuvor zur Quarantänezone.

Zu den Wirtsbäumen zählen alle Gattungen von Ahorn, Birke, Esche, Pappel, Rosskastanie, Weide, Baumhasel und Vogelbeere. Ein Schreckensszenario, das eine Stadt ohne Bäume einschließt, sieht der Fachmann vom LfL nicht. Die eine oder andere Allee könne den Fällungen eventuell zum Opfer fallen, das sei aber die Ausnahme, sagte Kraus gegenüber der Süddeutschen.

Informationsabend und ALB-Hotline

Nun hält die Stadt eine Informationsveranstaltung rund um den Problemschädling und die Folgen seines Auftretens ab. Gemeinsam mit Experten der beiden zuständigen Landesanstalten lädt sie am Mittwoch, 10. Juni, in die Mensa des Schulzentrums Perlach-Nord ein.) Bei dem Informationstermin, der einen Tag zuvor auch in Neubiberg stattfindet, wird auf spezifische Waldperlacher Probleme aber nicht eingegangen, erklärt die LfL ausdrücklich.

Ein Informationsschreiben soll von Rodungen betroffene Bürger zusätzlich aufklären. Für Fragen zum Laubholzbockkäfer wurde zudem eine Hotline eingerichtet: 08 161/71 57 30.