Pflanzenschutz

Auch in Süddeutschland: Feuerbrand breitet sich im Alpenraum aus

Die bakterielle Pflanzenkrankheit Feuerbrand, die insbesondere Obstbäume befällt, breitet sich in diesem Jahr vor allem im Alpenraum massiv aus. Nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) ist neben der Schweiz, Österreich und Norditalien auch Süddeutschland betroffen. In der Schweiz, wo die ersten Infektionen registriert wurden, reicht schon Mitte April Tau aus, um die Krankheit bei hohen Temperaturen und großem Bakteriendruck ausbrechen zu lassen. Der ZMP zufolge bezeichnen die Schweizer 2007 als schlimmstes Feuerbrandjahr aller Zeiten. In Intensivkulturen bestand zuletzt ein flächendeckender Befall in den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Luzern. In geringerem Außmaß waren auch alle übrigen Kantone der Deutschschweiz betroffen. Landesweit meldeten bisher 495 Gemeinden Befall an Kernobst, 130 mehr als im bisher schlimmsten Jahr 2000. In Deutschland trat Feuerbrand nach Angaben der Bonner Marktbeobachter während des vergangenen Jahres nahezu im gesamten Bundegebiet auf, doch war der Beall relativ gering. Bei den günstigen Infektionsbedingungen 2007 hat sich die Krankheit jedoch in einigen Teilen Süddeutschlands stark ausgebreitet. Da das Meldewesen in der Bundesrepublik nicht so straff organsiert ist wie in der Schweiz oder in Südtirol, fehlt nach Angaben der ZMP zuletzt ein genauer Überblick über das Ausmaß des Befalls. Infektionsherde gab es fast im gesamten Bodenseegebiet - im Kreis Konstanz, im Bodenseekreis und im Kreis Ravensburg. Sehr starker Befall wurde aus der Höri bei Konstanz und aus dem Argental gemeldet. Häufig waren zu Streuobstwiesen benachbarte Intensivanlagen geschädigt. Auch Baden, der Neckarraum und die Pfalz waren betroffen. Der ZMP zufolge kam bei einem Krisengespräch zum Ausdruck, dass die erwerbsmäßigen Obstbauern den Feuerbrand nicht ernst genug genommen haben. Das Pflanzenschutzmittel Plantomycin wurde nur begrenzt eingesetzt. Infektionen traten lauf ZMP vor allem dort auf, wo nicht gespritzt wurde. Die Fälle häuften sich auch außerhalb der eigentlichen Obstanbaugebiete in Oberschwaben, NordWürttemberg und in weiten Teilen Bayerns, dort insbesondere im Unterallgäu. Den Bonner Marktbeobachtern zufolge ist der Feuerbrand auch nach Norditalien zurückgekehrt.