Pflanzenschutz

Bäume mit Huminstoffen fit für den Klimawandel machen

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Der Klimawandel hat Deutschlands Wälder und Parks fest im Griff und teils verheerende Schäden hervorgerufen. Mit einem innovativen Ansatz wollen Potsdamer Wissenschaftler:innen gefährdete Bäume in den Parks und Gärten Brandenburgs retten.

Die Bäume in Brandenburgs Parks und Gärten haben unter den vergangenen Trockenpersioden sehr gelitten, hier eine geschwächte Baumgruppe (Rotbuchen aus dem 19 Jhd.) im Park Sanssouci-Charlottenhof. Foto: Prof. Michael Rohde/ SPSG

Baumbestand leidet unter Klimawandel

Wie in den Wäldern so hat auch in Brandenburgs Parks und Gärten der Baumbestand teils stark unter dem Klimawandel gelitten. Die vergangenen Hitzesommer und damit verbunden das Absinken des Grundwasserspiegels und sandig gewordene Böden sorgen für eine zunehmende Schwächung der Bäume, die irgendwann schließlich absterben werden. Durch einen durch diese Voraussetzungen begünstigten Schädlingsbefall wird dieser Prozess nur noch weiter beschleunigt. Diesen Zustand hat sich ein Forschungsprojekt von wissenschaftlichen Einrichtungen Brandenburgs, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) und die Freie Universität zu Berlin zum Anlass genommen, nachhaltige Lösungen zur Rettung des teilweisen sehr alten Baumbestands zu finden. Finanziert werden soll das Projekt zu Beginn vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, welches 250.000 Euro als Anschubfinanzierung zur Verfügung stellt.

Huminstoffe im Fokus der Forschung

Im Fokus der Forschung steht ein innovativer Ansatz mit Huminstoffen. Diese entstehen in der Natur infolge des langsamen Abbaus von Pflanzenresten durch Bodentiere, Pilze und Mikroorganismen. Das Adsorptions- und Wasserhaltevermögen dieser natürlichen organischen Verbindungen übersteigt dasjenige von Tonmineralen deutlich. Huminstoffe spielen daher eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der Bodenqualität, insbesondere aus Wasserhaltevermögen, pH- und Redox-Pufferung und Nährstoffversorgung von Pflanzen. Huminstoffe können somit als Bioistimulantien angesehen werden, durch die Pflanzen eine höhere Resilienz gegenüber verschiedenen Stressfaktoren erlangen.

Durch Bodenverbesserung Bäume erhalten

Das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung (MPIKG) hat eine Methode entwickelt, mit der ‚künstliche‘ Huminstoffe (KHS) auf nachhaltige Weise aus regenerativer Biomasse gewonnen werden können. „Das neue Verfahren sollte die natürliche Kompostierung zuerst nur technisch beschleunigen und den Umgang mit manchen biologischen Reststoffen hygienischer machen, aber die Wirkung unserer nachhaltigen Produkte ist offensichtlich nicht von den bekannten Kohle- oder Torfextrakten unterscheidbar“, freut sich Prof. Dr. Markus Antonietti, Direktor des MPIKG. „Die Nutzung des Biomassekreislaufs trägt zum Klimaschutz bei und innovative Bodenverbesserungen dienen der Bewahrung wertvoller Bäume. Mit der wissenschaftlichen Begleitung werden unsere Parks zu Laboren modellhafter Klimaanpassungsstrategien“, erklärt Prof. Dr. Michael Rohde, Leiter der Abteilung Gärten der SPSG. Durch die KHS sollen somit die Böden verbessert werden und dadurch die Bäume in Sancoussi und den Parks und Gärten Brandenburgs erhalten und fit für den Klimawandel gemacht werden.

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