Pflanzenschutz

BBA bittet um Mithilfe: Neuer Erreger an Rosskastanien

Die einheimischen Rosskastanien haben nicht nur unter der Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella) zu leiden, jetzt macht ihnen auch ein Bakterium aus der Gruppe Pseudomonas zu schaffen. Die neue Krankheit wurde zum ersten Mal 2002 in den Niederlanden im öffentlichen Grün an weiß- und rotblühenden Rosskastanien beobachtet. Seitdem hat sie sich dort rasant ausgebreitet. Inzwischen tritt sie auch in Belgien, Frankreich und in Südengland auf. "Wir wissen bisher nicht, ob diese Krankheit auch schon in Deutschland an den Rosskastanien vorkommt", sagt Dr. Sabine Werres von der Biologischen Bundesanstalt für Land-und Forstwirtschaft (BBA). Dr. Werres und ihr Kollege Dr. Stefan Wagner, beide vom Institut für Pflanzenschutz im Gartenbau, möchten sich daher einen Überblick über Vorkommen und möglichen Umfang und Ausmaß der neuartigen Krankheit in Deutschland machen. Sie sammeln in Zusammenarbeit mit Pflanzenschutzdienststellen der Länder, Behörden und Grünflächenämtern deutschlandweit Daten zum Auftreten kranker Rosskastanien und untersuchen Proben auf das Vorkommen des neuen Erregers. Leider sind die Krankheitssymptome relativ unspezifisch. Sie können nach Aussage der Wissenschaftler leicht mit anderen Krankheiten verwechselt werden, beispielsweise mit Infektionen durch die phytopathogenen Mikroorganismen Phytophthora sp. oder Verticillium sp. Verdächtige Krankheitssymptome sind schüttere Kronen mit einzeln absterbenden Ästen, blutende Flecken am Stamm, Risse in der Borke, aber auch so genannte Kambiumnekrosen (absterbendes Baumgewebe). Bisher fehlen Informationen darüber, wie und wann das Bakterium die Rosskastanien infiziert. In den Niederlanden werden derzeit der Einfluss des Standortes, genetische Hintergründe, aber auch Stressfaktoren wie Trockenheit untersucht. An einigen Bäumen wurde ein Virus nachgewiesen, das eventuell die Bäume schwächt und sie anfälliger für die Bakterien macht.