Pflanzenschutz

Berlin: Fachinstitut für Bienenschutz eröffnet

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Seit heute gibt es in Berlin eine neue Anlaufstelle für den Bienenschutz. Mit der offiziellen Eröffnung des Fachinstituts für Bienenschutz am Julius Kühn-Institut (JKI) durch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt wird die seit Jahren bestehende Arbeitsgruppe für Bienenschutz des JKI am Standort Braunschweig zu einem eigenen Institut mit mehr wissenschaftlichem und technischem Personal ausgebaut.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (r.) und der Leiter des JKI-Fachinstituts für Bienenschutz Dr. Jens Pistorius bei der Eröffnung des Instituts in Berlin. Foto: BMEL/HC Plambeck/photothek.net

Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt neues Fachinstitut für Bienenschutz

Anspruch des neuen Fachinstituts ist es, Honig- und Wildbienen zu schützen, ihre Lebens- und Ernährungsgrundlagen zu erhalten und zu verbessern sowie die Bienenvölker gesund und vital zu erhalten. Dieses Anliegen wird vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) unterstützt.

„Wir brauchen wissenschaftlich fundierte Grundlagen für eine Bienenhaltung, die aus ökologischer und ökonomischer Sicht wirklich nachhaltig ist und ausreichend Nachwuchs unter den Imkern fördert. Wir brauchen bessere Managementsysteme für die Haltung von Bienenvölkern und für die Erhaltung unserer Bestäuber“, so Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt.

Fachinstitut für Bienenschutz: Risiken für Bestäuber identifizieren

Zu den vielfältigen Aufgaben des neu eröffneten Fachinstituts für Bienenschutz gehört außerdem, die Interaktionen zwischen Bienen und der Landwirtschaft zu erforschen. Dadurch sollen Risiken für die Bestäuber und ihre Bestäubungsleistung, die durch den Anbau von Kulturpflanzen entstehen können, erkannt werden.

„Rund 80 Prozent unserer Pflanzen müssen bestäubt werden, damit wir Obst und Gemüse ernten können. Allein der wirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung wird in Deutschland auf jährlich mindestens zwei Milliarden Euro geschätzt – einige Experten gehen sogar von bis zu vier Milliarden Euro aus“, machte Schmidt noch einmal den Wert von Honig- und Wildbienen für Mensch und Natur deutlich

Neonikotinoid-haltige Beizmittel: dauerhaftes Verbot soll noch vor der Aussaatsaison in Kraft treten

Darüber hinaus erhofft sich Schmidt von der Forschung des neuen Fachinstituts für Bienenschutz eine Versachlichung der Diskussion über die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln und anderen Pflanzenschutzmaßnahmen. In diesem Zusammenhang wies der Bundeslandwirtschaftsminister noch einmal auf seine Verordnung hin, die Beizmittel mit Neonikotinoiden dauerhaft verbietet und die noch vor der Aussaatsaison in Kraft treten soll.