Pflanzenschutz

Bio und integrierte Produktion im Vergleich

Mit derzeit acht Prozent Marktanteil ist Biogemüse ein wachsendes Marktsegment. Mit einheitlichen Produktions- und Vermarktungsrichtlinien sei es dem Bioanbau gelungen, Vertrauen zu schaffen. Doch könne Biogemüse nicht allen Anforderungen der Gesellschaft gerecht werden. So schlagen der zusätzliche Flächenbedarf und die höheren Preise zu Buche. Menschen mit geringem Einkommen fiele es sehr schwer, wenn sie mehr Geld als bisher für Nahrungsmittel aufwenden müssten.

Der Gemüsebauberater Josef Schlaghecken verglich beim Pfälzer Gemüsebautag verschiedene Aspekte des Bioanbaus mit denen der integrierten Produktion (IP). Generell sei Biogemüse ein interessantes Marktsegment für gut verdienende, besonders motivierte Verbraucher. Einer Reihe von Betrieben biete der Bioanbau eine gute Existenzgrundlage. Nach Schlagheckens Analyse müssten die Erträge des Bioanbaus um mehr als 50 Prozent steigen, um den Ertragsstandard des integrierten Gemüsebaus zu erreichen. Hierzu sei effektiverer Pflanzenschutz nötig. Ein kritischer Faktor für den Bioanbau seien auch die um etwa 30 Prozent höheren Arbeitskosten.

Die Anbaumethoden des Bioanbaus und von IP unterscheiden sich in vielen Bereichen nur in Details. Dies gilt unter anderem hinsichtlich Fruchtwechsel, Maschineneinsatz, Bewässerung, Ernteverfahren. Bekannte Unterschiede gibt es bei Düngung und Pflanzenschutz. Die gesetzlich vorgegebenen Pflanzenschutzmittel-Höchstmengen werden zwar auch im integrierten Anbau nur äußerst selten überschritten. Trotzdem punktet der Bioanbau damit, dass man in diesen Produkten noch weniger Rückstände findet.