Pflanzenschutz

Biologischer Pflanzenschutz: Tipps für den Einsatz von Encarsia formosa gegen Weiße Fliegen in Beet- und Balkonpflanzen

Weiße Fliegen können bereits jetzt in verschiedenen Beet- und Balkonpflanzen auftreten. Anfällige Pflanzenarten sind zum Beispiel Anisodontea capensis, Bacopa-Arten, Cuphea hyssopifolia, Felicia amelloides, Fuchsia-Hybriden und Lantana camara

Parasitierte und unparasitierte Larven der Weißen Fliege. Foto: Marion Ruisinger

Im Zierpflanzenbau handelt es sich in der Regel um die beiden Weiße Fliege- Arten Bemisia tabaci und Trialeurodes vaporariorum. Die adulten Tiere von Trialeurodes vaporariorum sitzen auf der Blattunterseite junger Blätter, während Bemisia tabaci häufig an älteren Blättern zu finden ist. Dort saugen sie Phloemsaft, schädigen durch Nährstoffentzug und scheiden große Mengen Honigtau aus, auf dem sich später Rußtaupilze ansiedeln. Infolgedessen vergilben die Pflanzen, sehen unansehnlich aus und können nicht vermarktet werden. Außerdem sind Weiße Fliegen Überträger verschiedener Virosen.

Ein Befall durch Weiße Fliegen ist frühzeitig mit Hilfe beleimter Gelbtafeln festzustellen. Sie sollten möglichst dicht über dem Pflanzenbestand aufgehängt und einmal pro Woche kontrolliert werden. Zur biologischen Bekämpfung Weißer Fliegen ist der Einsatz von der Schlupfwespenart Encarsia formosa möglich. Dafür sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Pflanzen sollten nicht mit Pflanzenschutzmitteln aus der Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide (zum Beispiel Confidor, Calypso) vorbehandelt sein, da diese Präparate eine lang anhaltende Wirkung auf die Nützlinge haben.
  • Encarsia formosa sollte vorbeugend mit Beginn der Kultur freigelassen werden.
  • Die Temperaturen sollten über Tag mehrere Stunden bei mindestens 18 Grad Celsius liegen.
  • Pro Quadratmeter Kulturfläche ist der Einsatz von fünf Tieren in wöchentlichen Abständen notwendig. Bei großen Pflanzen sollte die Einsatzmenge entsprechend erhöht werden.
  • Bei der Bekämpfung anderer Schädlinge sollten entweder ebenfalls Nützlinge oder nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Eine erfolgreiche Parasitierung der Larven von Trialeurodes vaporariorum ist an ihrer Schwarzfärbung erkennbar. Parasitierte Bemisia-Larven sind schwerer erkennbar und sehen bräunlich marmoriert aus. Die Verfärbung der Larven ist je nach Temperatur zwei bis drei Wochen nach erfolgter Parasitierung erkennbar. (lwk)