Pflanzenschutz

Botrytis: Keine alternativen Mittel nötig

Da aus der Praxis Klagen über die Wirksamkeit zugelassener Präparate gegen Botryits cinerea kamen, untersuchte das Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Oldenburg alternative Pflanzenschutzmittel. Jens Wienberg verdeutlichte, warum derzeit keine weiteren Wirkstoffe notwendig sind. Eine erste Beobachtung im Versuchsverlauf war, so Wienberg, dass trotz eines großen Infektionsdrucks keine erkrankten Pflanzen auftraten. Erst mit verschlechterten Kulturbedingungen, also bei erhöhtem Stress auf die Pflanzen, wurde Grauschimmel sichtbar. Dann allerdings konnte keines der im Zierpflanzenbau unter Glas zugelassenen Mittel Teldor, Euparen M WG oder Rovral den Befall stoppen. Auch Präparate aus anderen Bereichen des Gartenbaus, wie Cantus, Signum und Ortiva, bewirkten nur eine maximal einwöchige Verzögerung der Krankheit. Wienberg vermutet, dass sich diese mit einer gewissen Tiefenwirkung der Mittel begründen lasse, die außer den Konidien auch eindringende Pilzhyphen beeinflusse.

Der Pflanzenschützer folgerte, dass Fungizide nur einen aufgetretenen Befall eindämmen können. Besser sei es, die Kulturbedingungen, sprich das Klima, zu optimieren. Dann unterstützten möglicherweise vorbeugende Anwendungen von Euparen M WG, Rovral oder Teldor die Vermeidung eines Befalls. Auch von einer Behandlung mit Ortiva, das beispielsweise vorbeugend gegen andere pilzliche Schaderreger, wie Rost, eingesetzt werde, sei eine "Nebenwirkung" auf Botrytis zu erwarten. Laut Wienberg liegt für Signum nach § 18 a eine Genehmigung für den Zierpflanzenbau im Gewächshaus vor, so dass das Mittel bei optimalen Kulturbedingungen den Bestand befallsfrei halten könne.