BVL informiert zu Brexit und Pflanzenschutzmittel

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Welche Folgen der Brexit auf die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln hat, darüber informierte das BVL. Foto: Tumisu/ Pixabay

Erneut hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL, Braunschweig) auf Einschränkungen bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln durch den Brexit hingewiesen. Was dies bedeutet, hat die TASPO beim BVL nachgefragt.

Zulassungen laufen zum festgesetzten Ende aus

Wie das BVL zunächst in einer Fachmeldung informierte, können Zulassungen, die im Wege der gegenseitigen Anerkennungen aus dem Vereinigten Königreich (UK) auf Grundlage der Richtlinie 91/414/EWG beziehungsweise des PflSchG alte Fassung erteilt wurden, sogenannte ZAU- und ZNU-Anträge, nicht verlängert werden, sofern nicht ein fristgerechter Folgeantrag nach Artikel 43 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 vorliegt. Nach dem Datum des Brexit in UK getroffene Entscheidungen über ein neues Zulassungsende können in Deutschland nicht mehr übernommen werden. Die betroffenen Zulassungen laufen somit zum derzeit festgesetzten Zulassungsende aus. Gegebenenfalls sind neue Zulassungsanträge beim BVL zu stellen, um die betreffenden Produkte weiter am Markt zu halten. Dazu fragte die TASPO:

Wie viele sogenannte ZAU und ZNU-Anträge gibt es bislang?

BVL: Derzeit gibt es 21 gegenseitige Anerkennungen nach Richtlinie 91/414/EWG aus dem Vereinigten Königreich (UK; ZAU-/ZNU-Zulassungen).

Für wie viele davon liegt kein fristgerechter Folgeantrag nach Artikel 43 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 vor?

BVL: Für fünf dieser Zulassungen kann zum jetzigen Zeitpunkt kein Folgeantrag nach Artikel 43 gestellt werden, da die entsprechenden Wirkstoffe noch nicht erneuert wurden. Somit fehlt die Voraussetzung für eine Verlängerung dieser Zulassungen. Die Festsetzung eines neuen Zulassungsendes auf Grund von Zulassungsverlängerungen in UK nach dem Brexit ist nicht möglich.

Welche davon sind für den Gartenbau relevant?

BVL: Zwei Zulassungen haben auch Anwendungen im Gartenbau. Es handelt sich um folgende Mittel:

Met52 Granulat, Zulassungsnummer 007460–00 und

LS AZOXY, Zulassungsnummer 007180–0.

Bis wann läuft die Frist für einen fristgerechten Folgeantrag nach Artikel 43 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009?

BVL: Gemäß Artikel 43 ist ein entsprechender Antrag innerhalb von drei Monaten nach erneuter Wirkstoffgenehmigung zu stellen. Sollte die Zulassung vor Erneuerung der Wirkstoffgenehmigung auslaufen, fehlt die Grundlage für einen Antrag auf erneute Zulassung nach Artikel 43. Zu berücksichtigen ist vorliegend aber, dass bei Zulassungen nach altem Recht die Zulassungsdauer noch nicht an die Wirkstoffgenehmigung gekoppelt war.

Zulassungen

Met52 Granulat, Zulassungsnummer 007460–00: Diese Zulassung des Insektizides betrifft laut BVL-Datenbank für zugelassene Pflanzenschutzmittel (https://bit.ly/3fYtmeG) Zulassungen im Obstbau und im Zierpflanzenbau jeweils gegen Dickmaulrüssler.

LS AZOXY, Zulassungsnummer 007180–0: Bei diesem Fungizid verbergen sich darunter unter anderem verschiedenen Zulassungen bei Gemüse etwa gegen Spargelrost, die Laubkrankheitet bei Spargel (Stemphylium botryosum), Porreerost, Möhrenschwärze und jeweils für verschiedene Kohlarten Kohlschwärze oder Weißer Rost (Albugo candida).

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