DBV: Kein Grund für nur zehn Jahre Glyphosat

1

Der DBV befürwortet nicht nur eine Zulassung von Glyphosat, sondern spricht sich für die Verfügbarkeit einer breiten Palette von Pflanzenschutzmitteln aus. Foto: Stockr / Fotolia

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, findet, dass die EU-Kommission zu oft ihren Spielraum bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zu Ungunsten der Landwirtschaft auslegt. Es gebe beispielsweise keinen wissenschaftlich fundierten Grund, Glyphosat für zehn und nicht wie geplant für 15 Jahre zuzulassen.

Glyphosat: Zulassung von Pflanzenschutzmitteln darf nicht zu politischem Spielball werden

„Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln darf nicht zu einem unkalkulierbaren politischen Spielball werden. Die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten müssen auf der Grundlage einer wissenschaftsbasierten Bewertung ihrer Verantwortung gerecht werden“, so Rukwied, der nach Brüssel zum Gespräch mit Arunas Vinciunas, dem Kabinettschef des EU-Gesundheitskommissars Vytenis Andriukaitis gereist war.

Der Präsident des Bauernverbandes fordert, dass die EU die Verfügbarkeit einer breiten Palette von Pflanzenschutzmitteln garantiert. So würden die Erträge in Landwirtschaft, Obst-, Gemüse- und Weinbau gesichert. Außerdem verhindere die Nutzung vieler Mittel die Ausbildung von Resistenzen. Gesundheitliche Bedenken für Anwender und Nutzer müssten natürlich ausgeschlossen sein.

DBV kritisiert Verzögerungen bei Zulassung von Pflanzenschutzmitteln

Rukwied kritisierte außerdem die enormen Verzögerungen bei den Entscheidungen über die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. „Die EU hat das strikteste Zulassungsverfahren weltweit. Das muss die EU-Kommission auch offensiv kommunizieren und entsprechend handeln“, forderte Rukwied. Mittelfristig müsse die Zulassungsverordnung reformiert werden, um die Mittelzulassung durch die Mitgliedstaaten besser zu harmonisieren. Es könne nicht sein, dass trotz der vorgesehenen zonalen Zulassung jeder Mitgliedsstaat seine eigene Prüfung mit anderen Kriterien durchführe.


 
Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare (1)

  1. Frank Teitscheid am 21.06.2017
    Sehr geehrter Herr Rukwied,
    wie können Sie als oberster Vertreter des deutschen Bauernverbandes und damit des Verbandes, der führend verantwortlich für unser aller Lebensmittel ist, nach wie vor die weitere Zulassung von Glyphosat fordern, wenn doch sogar in einer Studie, die Monsanto, der Hersteller von Glyphosat, selbst in Auftrag gegeben hat, festgestellt wird, dass dieses Mittel krebserregend ist. Die Studie war wohl bis vor kurzem bei Monsanto unter Verschluß....warum wohl ?!?!? .....und ist nun aufgedeckt worden. Auch die WHO hat das Mittel als "wahrscheinlich Krebs erregend" eingestuft und nur von Monsanto nachweislich "gekaufte", sogenannte Wissenschaftler haben das Gegenteil "bewiesen"?!?!?
    Meines Wissens gilt in Deutschland und innerhalb der EU, ganz im Gegensatz zu den USA immer noch das Vorsorgeprinzip und das bedeutet, dass u.a. ein Produkt nicht zuzulassen ist, wenn auch nur der geringste Zweifel besteht, dass dieses schädlich ist......das scheint mir bei Glyphosat ausser Frage zu stehen.
    Selbst Bau- und Pflanzenmärkte nehmen Glyphosat-haltige Präparate aufgrund dieser Sachlage mit und mit vorsorglich (!) aus dem Sortiment.
    Ist es nicht grob fahrlässig, solch ein Mittel weiterhin zuzulassen und einzusetzten?!, bzw. dessen weitere Zulassung (egal ob nun 10 oder 15 Jahre) zu fordern?!?!
    Sie haben als Lebensmittel-Produzenten eine hohe Verantwortung gegenüber der Bevölkerung, die weitestgehend von diesen Lebensmitteln abhängig ist. Bitte werden Sie dieser Verantwortung gerecht.

Neuen Kommentar schreiben

Benutzeranmeldung

TASPO Login

TASPO NEWSLETTER

Newsletter abonnieren

Meistgelesene Artikel

3

35,8 Millionen Euro Schaden hat das Hagelunwetter „Wolfgang“ an der deutsch-niederländischen Grenze hinterlassen – und steht damit für das bisher größte Schadenereignis in der Geschichte der Gartenbau-Versicherung.

Mehr

Die EU-Liste der invasiven Arten bereitet dem Gartenbau weiter Kopfzerbrechen. Denn das Inkrafttreten der EU-Durchführungsverordnung 2017/1263 am 2. August könnte unter anderem ein sofortiges Produktions- und...

Mehr

Mit einer geänderten Hallenaufteilung geht die Internationale Pflanzenmesse (IPM) vom 23. bis 26. Januar 2018 an den Start. Für die 36. Ausgabe der Weltleitmesse des Gartenbaus kündigt die Messe Essen unter anderem an,...

Mehr