Pflanzenschutz

Der Asiatische Moschusbockkäfer fliegt wieder in Bayern

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Nachdem der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) erst kürzlich wieder in Bayern entdeckt wurde, warnt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) erneut vor einem aus Asien eingeschleppten Schädling. Laut Mitteilung beginne aktuell die Flugzeit des Asiatischen Moschusbockkäfers (Aromia bungii). Bisher sei lediglich ein amtlich bestätigtes Vorkommen in Deutschland bekannt.

Der Asiatische Moschusbockkäfer. Charakteristisch ist seine schwarze Färbung und das rote Halsschild. Foto: LfL

Ursprünglich stammt der in Deutschland als Quarantäneschädling eingestufte Käfer aus China und wurde vermutlich in Pflanzen und Holz eingeschleppt. Bislang existiert in Deutschland allerdings lediglich ein amtlich bestätigtes Vorkommen. Im Landkreis Rosenheim in Kolbermoor konnte seit 2012 ein Befall festgestellt werden. In diesem Sommer bis einschließlich Ende Juli 2019 wurden insgesamt neun Käfer gefunden. In Europa sind aktuell nur noch zwei weitere bestätigte Funde registriert, beide in Italien.

Käfer schädigt heimische Bäume der Gattung Prunus

In unseren Breitengraden schädigt der Asiatische Moschusbockkäfer Gehölze der Gattung Prunus, das heißt vor allem Kirsch-, Pflaumen-, Zwetschgen-, Aprikosen-, Mirabellen- und Pfirsichbäume sowie deren Kultur-, Zier- und Wildformen wie Zierkirsche, Blutpflaume, Mandel, Schlehe und das heimische Kriecherl. Die Tiere befallen gesunde Gewächse und legen ihre Eier unter der Rinde ab. Die Larven fressen sich für zwei bis drei Jahre durch das Holz und schädigen die Gewächse damit erheblich. Rund 12 Millimeter große Ausbohrlöcher und Bohrmehlauswurf an Stamm und Ästen können ein Indiz für einen Befall sein. Auch die folgenden Generationen lassen sich am befallenen Gehölz nieder und schädigen dieses somit massiv, bis hin zu dessen Absterben.

Woran erkenne ich den Asiatischen Moschusbockkäfer?

Der Asiatische Moschusbockkäfer kann leicht mit heimischen Käferarten verwechselt werden. Charakteristisch für den Quarantäneschädling sind neben den langen Fühlern der schwarze Kopf, das rote Halsschild und die schwarzen Flügeldecken. Ausgewachsene Tiere haben eine Größe von ungefähr 2,5 bis 4 Zentimetern. Vom heimischen Moschusbockkäfer unterscheidet sich die fernöstliche Variante vor allem in seiner schwarzen Färbung, wohingegen die heimischen Tiere metallisch grün, violett bis gold-orange schimmern. Leichter verwechselt werden kann der Asiatische Moschusbockkäfer mit dem hiesigen Veränderlichen Scheibenbock (Phymatodes testaceus), dessen Größe lediglich zwei Zentimeter beträgt und der deutlich verdickte Oberschenkel vorweisen kann.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) fordert dazu auf, Funde des Asiatischen Moschusbockkäfers umgehend zu melden. Informationen stellt die Landesanstalt unter diesem Link zur Verfügung.