Pflanzenschutz

Download: Pflanzenschutztabelle Raupenbefall bei Freilandgemüse

Freilandgemüse: Raupenbefall stark zunehmend - Bekämpfung richtig planen. Nachdem der Druck an Schadraupen im ersten halben Jahr sehr gering war (es wird vermutet, dass die als Puppen überwinternden Arten sich in einer warmen Phase des Winters fertig entwickelt haben und dann nach erneutem Wintereinbruch diesem zum Opfer fielen, sodass sich erst nur eine schwache Population aufbauen konnte), sieht man zur Zeit massiven Falterflug und eine starke Eiablage. Vielfach haben die jungen Raupen mit Ihrem Schadfraß so stark begonnen, dass unbedingt überprüft werden sollte, ob Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen. Massiv gefährdet sind zurzeit alle Kohlbestände. Diese sind sorgfältig auf Raupen und besonders auf Eigelege zu untersuchen. Bei den aktuell noch recht hohen Tagestemperaturen und milden Nächten schlüpfen die kleinen Raupen bereits nach wenigen Tagen. Wichtig für die Planung einer Bekämpfungsmaßnahme ist die genaue Bestimmung des Schaderregers, wobei die drei Hauptschädlinge des Kohl, die Kohlweißlinge (Pieris brassicae u. Pieris rapae), die Kohlmotte (Plutella xylostella) und die Kohleulen Mamestra brassicae) nicht immer allein, sondern häufig gemischt auftreten. Während bei Frischmarktware und Lagerkohl die Toleranz, beziehungsweise Schadschwelle gegen null geht, kann bei Industrieware der Schwellenwert nach der Kopfbildung für eine Bekämpfung durchaus höher angesetzt werden kann. Schädigend ist aber nicht nur der direkte Fraß, sondern der Sekundärschaden, der durch Eintritt von Pilz- und besonders Bakterieninfektionen durch die Wund- und Kotstellen der Tiere entstehen kann. Bei der Bekämpfung sollten neben der biologischen Wirksamkeit der Produkte auch das Rückstandsverhalten mit einbezogen werden.