Pflanzenschutz

Eichenprozessionsspinner breitet sich weiter aus

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Der Eichenprozessionsspinner hält derzeit die Kommunen in Atem. Vor allem im Norden der Bundesrepublik scheinen sich die wegen ihrer Gifthärchen gefürchteten Raupen Medienberichten zufolge immer weiter auszubreiten. Zur Eindämmung der Plage setzen Experten deshalb jetzt auf zusätzliche Kontrollen.

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich aus: In diesem Jahr sind vielerorts deutlich mehr Nester als sonst zu finden. Foto: Sachverständigenbüro Leitsch

Mehr Eichenprozessionsspinner als in den Vorjahren

Häufiger als in den Vorjahren tritt der Eichenprozessionsspinner in Wolfsburg auf, wie der Norddeutsche Rundfunk meldet. Auch im Landkreis Gifhorn sind mehrere Gemeinden demnach in diesem Jahr stärker als sonst von den Raupen betroffen. Und die Stadt Braunschweig hatte bereits im Mai einen Spezialisten mit der Bekämpfung der Larven beauftragt.

Im nordrhein-westfälischen Voerde blieb eine Förderschule heute komplett geschlossen – als Vorsichtsmaßnahme, da die auf dem Schulgelände stehenden Eichen massiv befallen sind, wie die NRZ schreibt. Und in Krefeld erlitten laut einem Bericht von RP Online mehrere Reitpferde durch den Kontakt mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners zum Teil schwere Verätzungen rund um das Maul und/oder die Augen.

Verstärkter Befall auch in Schwaben und Hessen

Auch in Schwaben sorgen die haarigen Insekten aktuell für Ärger, wie in der Augsburger Allgemeinen zu lesen ist. Selten habe es einen so starken Befall gegeben, heißt es. Vor allem der Landkreis Günzburg hat demnach mit dem Eichenprozessionsspinner zu kämpfen, aber auch in den Landkreisen Augsburg, Aichach-Friedberg, Neu-Ulm oder Neuburg-Schrobenhausen „tummeln sich die Insekten auf den Bäumen“, wie das Blatt schreibt.

Alle Hände voll zu tun hat derzeit auch der Betrieb Leitsch Baumpflege im südhessischen Nauheim. „Bei uns gehen in den letzten Tagen zahlreiche Meldungen ein, dass Nester der Raupe gesichtet wurden“, erklärt Geschäftsführer Eiko Leitsch. Witterungsbedingt haben sich die Larven des Eichenprozessionsspinners in diesem Frühjahr so rasant entwickelt, dass vielerorts die Prophylaxe- und Bekämpfungsmaßnahmen nicht nachkamen, berichtet der Experte.

Leitsch empfiehlt deshalb zusätzliche Nachkontrollen durch erfahrene, speziell dafür ausgebildete Baumkontrolleure – insbesondere in Bereichen mit einer sogenannten hohen Sicherheitserwartung wie etwa Schulen, Kindergärten oder öffentlichen Plätzen.

Nester umgehend fachgerecht entsorgen

„Wir haben bereits einige Nachkontrollen in relevanten Liegenschaften durchgeführt. Trotz Prophylaxe finden wir in diesem Jahr immer wieder Nester, die wir umgehend fachgerecht entsorgen lassen“, fasst Mark Pommnitz vom Sachverständigenbüro Leitsch zusammen. „Ohne die Bekämpfungsmaßnahmen im Vorfeld wäre es noch schwieriger, die Situation zu bewältigen.“

Der Kontakt mit den Brennhaaren der Eichenprozessionsspinner-Raupen kann Reaktionen wie juckende Hautirritationen, Augenreizungen und Atembeschwerden bis hin zum allergischen Schock verursachen. Privatpersonen sollten deshalb davon absehen, die Nester selbst zu entsorgen und stattdessen qualifizierte Fachbetriebe beauftragen.