Pflanzenschutz

Eichenprozessionsspinner: Bund ist gefordert

Um die Vermehrung des Eichenprozessionsspinners in Brandenburg einzudämmen, wurde vom Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL) jetzt eine interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) ins Leben gerufen, die im September ihre Arbeit aufnehmen soll. Ziel ist, die Bekämpfung für 2013 vorzubereiten und zu koordinieren. Auch der Bund soll mit ins Boot geholt werden, der bislang bei wichtigen Genehmigungen eher zögerlich gewesen sei. 

Eichenprozessionsspinner-Raupen sind nicht nur an Eichen zu finden. Foto: Stefan Franz – Fotolia.com

„Neben Innen- und Umweltministerium wollen wir Vertreter der betroffenen Kommunen mit dabei haben und auch die relevanten Bundesbehörden sollen eingeladen werden“, so der brandenburgische Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger. „Bisher hat der Bund den Einsatz des wirksamsten Mittels Dipel ES für Alleen aus der Luft untersagt und für den Wald stark eingeschränkt. Ich werde Frau Aigner bitten, bis zum kommenden Jahr für eine Zulassung dieses bewährten Mittels zu sorgen, damit wir 2013 den Schädling großflächig in Wäldern und Alleen aus der Luft bekämpfen können.“

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea L.) breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland aus und besiedelt neben dem Wald verstärkt auch Erholungs- und Siedlungsbereiche des Menschen. Die gefräßigen Raupen schädigen aber nicht nur Eichen. Brennhaare, die ab dem dritten Larvenstadium gebildet werden, können bei Kontakt zu Haut- und Augenreizungen, Atembeschwerden und pseudoallergischen Reaktionen führen. Aus Gründen des Gesundheitsschutzes und im Interesse des Waldschutzes werde eine nachhaltige und abgestimmte Bekämpfung laut MIL daher immer notwendiger.

Betroffen seien in Brandenburg vor allem die Landkreise Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming sowie Teile von Dahme-Spreewald und Barnim. In den genannten Regionen sind den Angaben zufolge sowohl Eichenbestände der Wälder als auch Alleen und Einzelbäume befallen.

Das MIL hat daher die Bekämpfung aus der Luft für die betroffenen Waldgebiete und Alleen beantragt. Für die Waldgebiete wurde Dipel ES mit Notfallzulassung und mit flächenmäßigen Einschränkungen vom Bund genehmigt. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg hat in diesem Jahr den Eichenprozessionsspinner auf 770 Hektar aus der Luft bekämpft. Der Einsatz von Hubschraubern bei Alleen sei jedoch vollständig versagt worden.

Das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL) Brandenburg hat aktuell auch einen Flyer zu Eichenprozessionsspinnern herausgegeben, der kostenlos downgeloadet werden kann. Darin informiert das MIL über Biologie, Verbreitung und Schadwirkungen des Schmetterlings und seiner Raupen sowie über mögliche Gegenmaßnahmen. (ts)